Haus dämmen - aber wie? Energetische Sanierung ist teuer, doch man wird gleich belohnt

hzHier gibt es Hilfe

Wer sein Haus energetisch auf Vordermann bringen will, kann sich von der Verbraucherzentrale für 60 Euro beraten lassen. Dabei gibt es Schwerpunkte - und bis Ende Juni eine Sonderaktion.

Castrop-Rauxel

, 14.06.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Anspruch nimmt, hat meistens gerade etwas Geld zur Verfügung oder will wissen, welche Summe er für die kommenden Jahre beim Haus einplanen muss. Manche kommen mit konkreten Fragen, andere wollen sich einfach beraten lassen.

Die Verbraucherzentrale bietet folgende Schwerpunktthemen an:

1. Energetische Modernisierung

2. Schimmel und Feuchtigkeit

3. Solarenergie

Im vergangenen Jahr kamen 60 Beratungen vor Ort zustande. Vor Ort heißt dabei am betroffenen Gebäude.

Ein Fahrplan für jedes Gebäude

Jeder Termin dauert 90 Minuten und kostet 60 Euro. Am Ende wird ein Fahrplan erstellt. Darin wird beantwortet, was kurz-, mittel- und langfristig ansteht. Was letzlich umgesetzt wird, ist dem Hausbesitzer selbst überlassen.

„Bei einem Haus greift viel ineinander, das ist ein komplexes Thema“, sagt Anke Hormel, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Castrop-Rauxel. Sie erklärt, dass man beispielsweise - falls nötig - kurzfristig eine Kellerdecke dämmen kann. Das könne man in Eigenarbeit machen und werde sofort mit höherem Komfort belohnt: Es gibt wärmere Füße im Erdgeschoss. Mittelfristig könnte ein neues Dach anstehen. Dabei könnte man darauf achten, dass die Arbeiten so ablaufen, dass die Dämmung der Fassade durch einen weiteren Dach-Überstand vorbereitet werde.

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Anke Hormel: „Das muss alles zusammenpassen und wir freuen uns, wenn wir vor den Maßnahmen befragt werden und so Fehlinvestitionen verhindern können.“ Hausbesitzer könnten mit Handwerkern auf Augenhöhe sprechen. Ein Dachdecker würde beispielsweise hauptsächlich sein Gewerk beurteilen, Energieberater aber würden sich alle Bauteile und die Heizung anschauen.

Jede Beratung ist laut Anke Hormel individuell. Sie erzählt von einem Fall, in dem ein Verbraucher 30.000 Euro zur Verfügung hatte und wissen wollte, was er damit am Besten anstellen kann, um Energie zu sparen. Die Experten rieten ihm, die oberste Geschossdecke zu dämmen, um die Wärme in den Wohnräumen zu halten und nicht an den ungenutzten Dachboden zu verlieren.

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Es gebe auch den Fall, dass sich Verbraucher beraten lassen, letztlich aber ein ordentlich gedämmtes Haus haben. „Dann geht es um Kleinigkeiten wie undichte Fenster“, erklärt Hormel. Die Themen Einbruchschutz und Barrierefreiheit werden auch besprochen und es werde thematisiert, was grundsätzlich als Nächstes - wenn auch erst in ein paar Jahren - anstehe.

Wer Energie spart, schont die Umwelt. Doch das kostet Geld. Gerade im Bereich Häuser-Dämmung kommen unter Umständen erkleckliche Summen zusammen, die sich erst nach vielen Jahren amortisieren. Lohnt sich das für einen selbst oder erst für folgende Generationen? „Man wird oft direkt mit höherem Komfort belohnt“, erklärt Anke Hormel und verweist auf das Beispiel mit der gedämmten Kellerdecke. Und betont, dass die Bauteile, für die man sich entscheidet, oft Jahrzehnte halten. Schließlich werte man das Haus auf, wenn die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden.

Es gibt Fördermöglichkeiten wie etwa die NRW-Bank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Auch dazu berät die Verbraucherzentrale.

Sonderaktion in Frohlinde

Bis Ende Juni gibt es eine Sonderaktion in Frohlinde. Wer sich dort beraten lassen will, zahlt 30 statt 60 Euro. Die Stadt Castrop-Rauxel übernimmt den Rest. Hormel: „Noch sind Plätze frei, Interessierte können sich anmelden.“

Kontakt

Verbraucherzentrale Castrop-Rauxel: Mühlengasse 4, Tel. (02305) 69879.
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