Corona-Ausnahme ist vorbei: Energiekosten müssen nachgezahlt werden

hzLeistungsverweigerungsrecht

Von April bis Juni konnte man als Mieter bei Einkommenseinbußen wegen der Corona-Pandemie die Zahlung von Energiekosten aussetzen. Das ist vorbei: Jetzt müssen die Rückstände bezahlt werden.

Castrop-Rauxel

, 13.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den letzten Tagen häufen sich bei der Verbraucherberatung in Castrop-Rauxel laut Beratungsstellen-Leiterin Rose Sommer die Anfragen von Mietern, ob man als Mieter mit Hinweis auf Einkommenseinbußen in Corona-Zeiten weiter Energiekosten zurückhalten und erst später bezahlen kann.

Doch die gesetzliche Ausnahmeregelung, die finanziell angespannten privaten Haushalten in der Corona-Pandemie helfen sollte, ist zum 30. Juni ausgelaufen. Seit dem 1. Juli können sich Verbraucher daher nicht mehr auf das sogenannte Leistungsverweigerungsrecht berufen. Die monatlichen Strom- und Gasabschläge sowie die Kosten für Wasser, Telefon und Internet müssen nun wieder regelmäßig und pünktlich überwiesen werden.

Zahlungsaufschub von April bis Juni

Wem in den Monaten April bis Juni ein Zahlungsaufschub gewährt wurde, muss die entstandenen Rückstände beim Versorger nun ausgleichen. Doch was ist, wenn die finanzielle Situation das nicht zulässt?

Ist das der Fall, rät Elisabeth Wigger-Düsing, Energierechtsexpertin der Verbraucherzentrale an der Mühlengasse, zu einer möglichst raschen Kontaktaufnahme zum Versorger: „Je früher der Energieversorger von den Zahlungsproblemen erfährt, desto besser sind die Chancen für eine gemeinsame Lösungsfindung.“

Keineswegs sollten Zahlungserinnerungen oder Mahnungen ignoriert werden. „Den Verbrauchern wurde lediglich ein Zahlungsaufschub, aber keine Zahlungsbefreiung gewährt“, betont Wigger-Düsing.

Wenn die Zahlung Probleme bereitet

Dass die Rückstände grundsätzlich in einer Summe zu begleichen sind, kann zu Problemen führen. Elisabeth Wigger-Düsing hat dazu Tipps und Hinweise für betroffene Haushalte:

  • Wer offene Rechnungen nicht auf einen Schlag begleichen kann, sollte um eine Ratenzahlung bitten. Wichtig: Die monatlichen Raten dürfen nicht zu hoch sein. Wenn sie das verfügbare Budget sprengen, reißen sie an anderen Stellen neue Löcher in die Haushaltskasse.
  • Eine zeitweilige Anhebung des Abschlags kann die Summe der Rückstände reduzieren. Dies ist jedoch nur sinnvoll, wenn dies für die Verbraucher tragbar ist.
  • Bei absehbar vorübergehenden Zahlungsproblemen lässt sich auch eine Stundung bis zur nächsten Jahresabrechnung aushandeln. Eine solche Stundung ist sinnvoll, wenn der Haushalt zum Zeitpunkt der Jahresabrechnung wieder liquide ist - eine gute Alternative also etwa für Menschen, die in Kurzarbeit sind oder gerade Krankengeld beziehen.
  • Wer Sozialleistungen erhält, kann vom Jobcenter oder dem Sozialamt Geld leihen, um seine Energieschulden zu begleichen. Ein solches Darlehen können Betroffene formlos beantragen.
  • Nach wie vor gilt: Die aktuellen und zukünftigen Abschläge müssen trotz bereits bestehender Schulden geleistet werden.

Beratung

  • Die Verbraucherzentrale steht bei Fragen zu diesem Themenkomplex für persönliche Beratungsgespräche bereit.
  • Dazu sollte man in der Beratungsstelle an der Mühlengasse vorab einen Termin unter Tel. (02305) 69 879 01 oder alternativ unter Mail castrop-rauxel@verbraucherzentrale.nrw ausmachen.
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