Entzündungen am Darm können zu starken Bauchschmerzen führen

Medizin vor Ort

Wer regelmäßig Bauchschmerzen hat, kann Entzündungen im Darm haben. EvK-Chefarzt Christoph Schildger schreibt in der Medizin-Kolumne darüber, warum Ernährung und Bewegung so wichtig sind.

Castrop-Rauxel

12.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Entzündungen am Darm können zu starken Bauchschmerzen führen

© picture alliance / Monique Wüste

Schmerzen im linken Unterbauch sind typische Beschwerden einer Divertikelkrankheit. Divertikel sind im Grunde genommen harmlose Ausstülpungen des Darms, die in aller Regel nicht spürbar sind. Problematisch können sie jedoch werden, wenn sie sich entzünden. Auf diese Weise können sogar schwere Krankheitsbilder entstehen.

In den Industrieländern ist ein kontinuierliches Ansteigen behandlungsbedürftiger Fälle einer Divertikulitis zu beobachten. Mehr als 60 Prozent der über 70-Jährigen leiden unter Divertikulose. Einer der Gründe dafür ist, das mit zunehmendem Alter nicht nur rein äußerlich das Bindegewebe und die Muskulatur des Körpers an Festigkeit verlieren, sondern auch das Bindegewebe und die Muskulatur der Darmwand. Divertikel sind also häufig harmlose Alterserscheinungen.

Bewegung und Gewichtskontrolle helfen

Zur Divertikelbildung neigen Menschen, die sich wenig bewegen und übergewichtig sind. Auch chronische Verstopfung, die dazu führt, dass der Stuhlgang einen zu hohen Druck im Darm aufbaut, wird als eine der Ursachen diskutiert.

Doch der Bildung von Divertikeln kann man vorbeugen. Ein wesentlicher Faktor ist die Ernährung, die möglichst viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch und viele Vollkornprodukte umfassen sollte. Dazu empfehlen die Experten, täglich genügend Flüssigkeit zu trinken.

Entzündungen am Darm können zu starken Bauchschmerzen führen

Christoph Schildger ist Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel. © Volker Beushausen

Des Weiteren ist regelmäßige körperliche Bewegung entscheidend. Hier muss kein Hochleistungssport betrieben werden. Ein 30-minütiger Spaziergang pro Tag reicht häufig aus, um die Divertikelentstehung günstig zu beeinflussen.

Divertikulitis verursacht starke Schmerzen

Haben sich erst einmal Divertikel gebildet, besteht die Gefahr, dass sich daraus eine entzündliche Divertikulitis entwickeln kann. Während Divertikel für den Betroffenen nicht wahrnehmbar sind, ist eine Divertikulitis sehr schmerzhaft. Sie äußert sich meist durch starke Beschwerden im linken Unterbauch, manchmal begleitet von Fieber und Schüttelfrost.

In schweren Fällen ist die Behandlung der Divertikulitis in einem Krankenhaus erforderlich. Als schwere Komplikation kann eine Bauchfellentzündung auftreten. Die wird hervorgerufen, wenn durch die Divertikulitis Löcher in der Darmwand entstehen.

Dadurch breiten sich Darmbakterien im Bauchraum aus, die zu einer lebensbedrohlichen Entzündung führen können. Ähnlich dramatisch für die Betroffenen wird es, wenn sich nach einer abgeheilten Divertikulitis Narben bilden, die im ungünstigsten Fall einen Darmverschluss verursachen können.

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