Erdbeeren zum Selbstpflücken sind Mangelware: Letzte Chance an der Oststraße

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Das einzige Erdbeer-Selbstpflückerfeld der Stadt müsste gerade jetzt florieren. Doch am Stammweg und an der Oststraße in Deininghausen ist tote Hose. Eine letzte Chance gibt es aber noch.

Deininghausen

, 19.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ohnehin in die Jahre gekommene Verkaufs-Bude an der Oststraße ist derzeit öfter geschlossen als geöffnet. Wer auf dem Feld vom Herner Hof Schulze-Göcking vorbeifährt, sieht am Straßenrand die Schilder: Erdbeerfeld geöffnet. Doch an diesem Montagmorgen, 17. Juni, ist es anders.

Die alte Hütte widerspricht den Schildern. Sie ist geschlossen, daran klebt ein Pappschild. Darauf zu lesen: „geschlossen wegen Erdbeermangel.“

Erdbeeren zum Selbstpflücken sind Mangelware: Letzte Chance an der Oststraße

Stroh und grün neben rot: So sieht es derzeit am Feld an der Oststraße aus. © Tobias Weckenbrock

Es gibt so gut wie keine Früchte – das sieht man spätestens dann, wenn man über das Stroh geht, das zwischen den Pflanzenreihen aufgelegt wurde. Die Pflanzen sehen aus wie gesunde, grüne Erdbeerpflanzen.

Aber an ihren Stängeln befinden sich so gut wie keine Früchte. Einige wenige, aber eher grün als rot, sind dran. Das Pflücken scheint sich nicht zu lohnen. Schade, denn es ist das einzige Feld in Castrop-Rauxel zum Selbstpflücken und jedes Jahr im Juni und Juli eigentlich ein beliebter Ort zum Sammeln und Pflücken.

Frostschaden schuld, aber das Feld öffnet nochmal

„Wir hatten an der Oststraße leider einen starken Frostschaden“, sagt Landwirt Wilhelm-Heinrich Schulze-Göcking im Gespräch mit dieser Redaktion. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es im Mai nochmal so kalt wird. Das habe ich falsch kalkuliert.“

Die Ernte war nicht die Beste. Die Zeit zum Selbstpflücken ist damit in Castrop-Rauxel aber noch nicht komplett vorbei. Eine letzte Chance für die eifrigen Sammler gibt es noch. Am Donnerstag, 20. Juni, öffnet das Feld nochmal.

Oder eher gesagt die Felder. Denn auch die beiden Flächen in Herne, an der Sodinger Straße und der Wiescher Straße, sind derzeit bis Donnerstag geschlossen, erklärt Schulze-Göcking.

Wann der Kunde naschen darf

Die grünen Früchte bekommen die Zeit sich rot zu färben und dann soll der Rest in die Sammelkörbe gehen. „Wir warten etwas darauf, dass die Erdbeeren nachreifen“, sagt er.

Die 500 Gramm selbstgepflückte Erdbeeren kosten hier 3 Euro. Das vorgepflückte Kilo liegt bei 2,90 Euro.

Erdbeeren zum Selbstpflücken sind Mangelware: Letzte Chance an der Oststraße

Die Erdbeeren bekommen derzeit noch Zeit zum Nachreifen. © Tobias Weckenbrock

Warum die Leute trotzdem gerne pflücken? Dabei geht es wohl um das Erlebnis. „Man ist in der Natur und kann sich die Erdbeeren selbst aussuchen“, sagt Schulze-Göcking.

Und man könne naschen. Das sei zwar nicht so gern gesehen, aber nicht so streng überwacht wie im Supermarkt, sagt er.

Wenn es nach dem Landwirt geht, hat er ohnehin - statt Sammelkörben - lieber Sammeleimer: „Der Bauer sieht es ganz gerne, wenn der Kunde mindestens ein Kilo pflückt“, sagt Schulze-Göcking. „Dann darf er auch was naschen“, fügt er mit einem Lachen hinzu.

Im nächsten Jahr sollen sich die Sammeleimer wieder füllen

Dafür muss es aber natürlich genug zum Sammeln geben. Wie lange das Feld in Castrop-Rauxel dann noch geöffnet ist? Genau könne man das nicht sagen, meint Schulze-Göcking. „Es hängt immer vom Wetter ab, wie viele Menschen kommen.“ Zum Erdbeerenessen müsse das Drumherum stimmen. „Ich denke über das Wochenende können wir aber noch Erdbeeren anbieten.“

Im nächsten Jahr soll es dann wieder mehr Erdbeeren zum Pflücken geben, mehr sogar als in sonstigen Jahren. Dafür setzen der Landwirt und seine Mitarbeiter extra neue Pflanzen. Nächstes Jahr sollen die Kunden die sogenannten Sammelnussfrüchte dann wieder eimerweise von dem knappen Hektar Feld tragen können.

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