Erneute Reisewarnung für Spanien bringt Reisebüros zum Zittern

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Zu Beginn der Coronakrise verschoben Castrop-Rauxler ihren Urlaub noch zuversichtlich in die zweite Jahreshälfte. Nach der neuen Reisewarnung verzeichnen Reisebüros nur noch Stornierungen.

von Inka Hermanski

Castrop-Rauxel

, 17.08.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt: So heißt es auf der Seite des Auswärtigen Amtes seit vergangenem Freitag. Neben Urlaubern sind auch Reisebüros von diesen Änderungen betroffen.

Jasmin Kiwitz, Inhaberin des Reisebüros Reisemarkt in Castrop-Rauxel ist besorgt: „Mallorca ist das zweite Zuhause der Deutschen. Von den 30 Prozent der Buchungen, die wir aufgrund von Corona eh schon nur noch haben, fällt nun nochmal ein Großteil weg.“

Ist eine Reisewarnung das neue Reiseverbot?

„Man sagt zwar, es handle sich nicht um ein Reiseverbot, sondern nur um eine Warnung“, sagt Jasmin Kiwitz, „doch im Endeffekt läuft es auf dasselbe hinaus“. Denn 90 Prozent der Reiseveranstalter, mit denen die Reiseverkehrskauffrau zusammenarbeitet, würden aufgrund der Reisewarnung ihre Reisen nicht durchführen und ihre Kunden könnten die gebuchten Reisen so gar nicht wahrnehmen.

„Gesundheit geht vor, doch manche Entscheidungen sind schwer nachzuvollziehen“

„Viele Kunden werden mittlerweile ungeduldig und zum Teil auch verärgert, denn sie haben ihren Urlaub bereits einmal umgebucht und sitzen jetzt auf gepackten Koffern“, erzählt Jasmin Kiwitz. Auch sie selbst äußert Unverständnis für die sich täglich ändernden Regelungen. „Während für Deutsche seit Freitag wieder eine Reisewarnung für die Balearen gilt, dürfen Franzosen und Niederländer weiter einreisen“, erklärt Jasmin Kiwitz die Situation (Stand 16. 8).

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„Und auch in Deutschland selbst gelten von Bundesland zu Bundesland andere Regeln, das macht uns die Arbeit schwer und ist auch für die Kunden undurchsichtig“, sagt die Inhaberin des Reisemarkt.

Keine Reisen bedeutet kein Verdienst

„Es ist fraglich, wie lange wir so noch durchhalten können“, sagt die Reiseverkehrskauffrau aus Castrop-Rauxel. Ihr Team musste sie seit März bereits von fünf auf drei Mitarbeiter reduzieren. Von den Inlandsreisen, auf die viele Urlauber jetzt zurückgreifen, profitiere sie wenig. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass wir überhaupt Inlandsreisen anbieten“, sagt sie.

„Wir Selbstständigen arbeiten momentan quasi ehrenamtlich“

Und der Reisemarkt Castrop ist nicht das einzige Büro, das zurzeit eine Stornierung nach der anderen entgegennehmen muss. Sowohl im Travelstar-Reisebüro, als auch bei DT Reisen hatte man keine Zeit mit uns zu sprechen. „Wir haben gerade sehr viel zu tun mit Umbuchungen und vor allem Stornierungen“, heißt es von dort.

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Große Hoffnung steckt Jasmin Kiwitz nun in Lastminute Reisen: „Während man in der Vergangenheit gerne schon früh buchte, um Vorfreude aufzubauen, haben die Leute jetzt eher Angst noch etwas stornieren zu müssen und buchen lieber erst kurz vor Antritt der Reise.“

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