Wirren um Bratwurststand vor EKZ in Castrop: Kommt er jetzt doch wieder?

hzAltstadt

Einige Castrop-Rauxeler sind verärgert über die neue Apotheke im EKZ. Denn die soll angeblich dafür verantwortlich sein, dass der beliebte Bratwurststand schließen musste. Oder doch nicht?

Castrop-Rauxel

, 10.11.2019, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der beliebte Bratwurststand vor dem EKZ ist weg. Die neue Kleeblatt-Apotheke steht kurz vor der Eröffnung. Viele Castrop-Rauxeler stehen mit dieser schon jetzt auf Kriegsfuß und wollen dort nicht einkaufen. Denn die Kleeblatt-Apotheke soll den Bratwurststand angeblich nicht mehr gewollt haben - und für die Schließung verantwortlich sein.

Angeblich. Doch die Apotheke selbst will von all dem gar nichts gewusst haben - und spricht sich dafür aus, dass der Bratwurststand wieder eröffnet. Aber von Anfang an.

31. Oktober: Der Bratwurststand vor dem EKZ schließt

Nur ungern wolle die neue Apotheke den Imbissstand vor der Eingangstür haben, hieß es - am 31. Oktober wurde daraufhin die letzte Wurst vor dem Einkaufszentrum verkauft.
Jetzt steht fest, um welche Apotheke es sich handelt: die Kleeblatt-Apotheke. Direkt fragt unsere Redaktion an, wieso die Apotheke wollte, dass der Wurststand schließen muss.

Die überraschende Antwort von Sprecherin Simone Hoffmann: „Wir wussten bisher nichts davon. Wir haben keinerlei Gespräche mit dem Wurststand-Besitzer geführt und uns auch nicht dafür ausgesprochen, dass diese gehen muss.“

Eine Antwort, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Wer hat sich dann gegen den Stand ausgesprochen? Wieso musste der Wurststand gehen? Und wer hat behauptet, die Apotheke habe sich dagegen ausgesprochen? Oder hat sie das etwa doch und will es jetzt nur nicht zugeben?

Fragen über Fragen und der Geschäftsführer des EKZ, Carl-Christoph Pieper, der vielleicht Licht ins Dunkel bringen könnte, ist zunächst nicht zu erreichen.

Kleeblatt-Apotheke: Inhaberin geschockt

Dafür meldet sich Hoffmann erneut. Sie hat sowohl mit der Inhaberin der neuen Apotheke, H. Rabiei, gesprochen, als auch mit einem Vertreter des Apothekerverbandes.

Hoffmann erzählt: „Frau Rabiei war wirklich geschockt und sprachlos über das, was mit der Bratwurstbude passiert ist. Sie hat nichts davon gewusst.“ Niemals habe sie sich gegen den Stand ausgesprochen.

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Ganz im Gegenteil: „Der Bratwurststand ist bei vielen Castrop-Rauxelern beliebt. Wenn dort viele Bürger hinkommen, ist das doch auch für die Apotheke von Vorteil“, sagt Hoffmann.
Keiner weiß mehr so wirklich, wer wann etwas gesagt hat. Die Verhandlungen zu den Verträgen würden um die fünf Jahre zurück liegen. Aber heute ist niemand mehr gegen den Wurststand, das steht fest.

Große Freude beim Besitzer des Wurststandes

Eine Wendung, mit der so niemand gerechnet hat. Auch der Betreiber der Wurstbude, Hans Dilker, selbst nicht. „Ich habe mit Herrn Dilker telefoniert“, so Hoffman, „und habe ihm erzählt, dass wir uns wünschen würden, dass sein Stand vorm EKZ wieder eröffnet. Er hat sich riesig gefreut, möchte da wieder hin und zur Eröffnung alle Würstchen für einen anstatt für zwei Euro verkaufen.“
Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Doch auch Norbert Müller, der Konzeptgeber der Kleeblatt-Apotheke, bestätigt bei einem Telefonat am Freitag den Wunsch, den Bratwurststand zurück zu holen. „Heute Morgen habe ich mit dem Vermieter telefoniert und ihn gebeten, den Vertrag zu ändern. Wir wollen beide, dass der Bratwurststand wieder aufgestellt wird.“

Der Stand habe schließlich eine große Bedeutung in Castrop-Rauxel. „Deshalb werden wir den ersten 2000 Kunden der Kleeblatt-Apotheke auch Gutscheine für eine Wurst schenken. Wir freuen uns über diese Wendung und besonders auf die künftige gute Nachbarschaft.“
Der Geschäftsführer des EKZ, Carl-Christoph Pieper, meldete sich am Freitagnachmittag mit den Worten: „Wir sind mit allen Beteiligten im Austausch. Mehr können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen.“

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