Coronavirus: Europahalle-Chef Peter Breuer rechnet mit Absage aller Veranstaltungen

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Das Coronavirus bedroht sämtliche Veranstaltungen in der Europa- und der Stadthalle. Forum-Geschäftsführer Peter Breuer wartet nur noch auf eine offizielle Anweisung zur Veranstaltungsabsage.

Castrop-Rauxel

, 10.03.2020, 12:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Peter Breuer hat als Chef der Europa- und Stadthalle ein echtes Dilemma: In seinen zwei Hallen finden einerseits ständig Großveranstaltungen statt; andererseits empfehlen die Gesundheitsminister von Bund und Land, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern zu streichen.

„Die Empfehlung ist da, aber ich warte jetzt auf eine Anweisung der Behörden, auf deren Grundlage ich dann Veranstaltungen absagen kann“, schildert Breuer sein Problem.

Rattenschwanz von Konsequenzen

Natürlich geht es dabei um rechtliche und Gewährleistungsfragen, auch wenn Breuer das nicht ausspricht. Denn die Absage von Veranstaltungen zieht einen Rattenschwanz von Konsequenzen nach sich: Werden Eintrittsgelder zurück gezahlt? Wer ist dafür verantwortlich? Werden Veranstaltungen abgesagt oder nur verschoben? Was ist mit den auftretenden Künstlern? Was ist mit den Caterern? Was ist mit Messebauern, die für die Ausstattung der Hallen sorgen?

Nur auf Grundlage einer eher unverbindlichen Empfehlung zu handeln, ist für einen Hallenverantwortlichen problematisch.

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Darum warten Peter Breuer und sein Team dringend auf eine Entscheidung von Bezirksregierung, Kreis-Gesundheitsamt oder wem auch immer. „Und auch dann wird noch die Frage sein, wie wir mit kleineren Veranstaltungen umgehen. Bei 1000 Leuten ist es gefährlich, bei 600 Menschen nicht? Das ist schwer nachzuvollziehen“, macht Breuer die Problemlage klar.

Solidarfonds-Party wird gekippt

Er ist sich sicher, dass die Solidarfonds-Party auf jeden Fall gekippt werden muss mit ihren mehr als 3000 erwarteten Gästen. Die Frage wird sein, ob auch die Aufführungen von „Radio Ruhrpott“, die Aufführungen des WLT, der Auftritt des Kabarett Gwiazd, das am 14. März angesagt ist, ausfallen müssen.

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Bisher sind schon einige Veranstaltungen in den beiden Hallen abgesagt worden, dann aber von den Ausrichtern selbst, so Breuer. „Wir hatten zuletzt schon Betriebsversammlungen und Betriebsfeiern, die von den Unternehmen aus Vorsichtsgründen gekippt worden sind“, berichtet der Forum-Chef.

Konsequenzen für viele Zulieferer

All das habe bereits Auswirkungen auch auf den Hallen-Caterer Stolzenhoff und andere Zulieferer solcher Veranstaltungen. Das sei alles nicht schön, „aber wir brauchen da jetzt wenigstens eine klare Linie“, erhofft sich Breuer nun konkrete Anweisungen.

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Im gesamten Fragenkomplex sei man dabei in engen Kontakten mit der Stadtverwaltung, speziell mit Ordnungs-Dezernent Michael Eckhardt, und natürlich auch dem Gesundheitsamt des Kreises. Aber auch dort müsse man auf Direktiven warten. Ein Schicksal, das Peter Breuer teilt.

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