EUV entfernt Anti-Polizei-Schmiererei auf Emscherbrücke

hzSachbeschädigung

Die Proteste gegen Polizeigewalt in den USA haben einen Castrop-Rauxeler angestiftet, seine Meinung öffentlich kundzutun. Er oder sie schmierte eine Emscherbrücke an. Mit unsittlichen Worten.

Henrichenburg

, 28.06.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar Tage nur waren diese Parolen zu lesen. Jetzt hat die zuständige Behörde sie von der Emscherbrücke an der Borghagener Straße getilgt. Es ging um politische Botschaften, die sich auch gegen die Polizeiarbeit richteten und offenbar einen aktuellen Aufhänger hatten.

Quer über die Borghagener Straße stand aufgesprüht: „Nein zu Rassismus. GF RIP.“ GF sind dabei die Initialen für George Floyd, den dunkelhäutigen US-Amerikaner, der von einem Polizisten zu Tode gewürgt worden war. Seither gehen in den USA Tausende Menschen auf die Straße, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Die richtete sich nach Studien und Statistiken deutlich häufiger gegen Afro-Amerikaner und Hispanics als gegen Weiße.

Zweiter Schriftzug ist problematischer

Diese Botschaft ist auch kein Problem, außer dass sie als Sprüherei auch ein Sachbeschädigungs-Delikt ist. Der zweite Schriftzug hat eine andere Qualität: „Fick die Polizei“ steht da, und es richtet sich so allgemein gegen alle Polizisten.

Diese Schmierereien waren einige Tage auf der Emscherbrücke an der Borghagener Straße zu lesen. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Diese Schmierereien waren einige Tage auf der Emscherbrücke an der Borghagener Straße zu lesen. Das ist nun nicht mehr der Fall. © privat

Der EUV Stadtbetrieb hat die Sprühereien in dieser Woche als zuständiger Straßenbaulastträger entfernt. „Schmierereien im öffentlichen Raum, also auf Straßen, Plätzen und Wegen entfernt der EUV schnellstmöglich“, sagt Sprecherin Sabine Latterner auf Anfrage unserer Redaktion. In der Regel erstatte man Anzeige wegen Sachbeschädigung - „so auch im genannten Fall“, erklärt sie.

So handhabt das auch der Kreis Recklinghausen, wenn seine Bauwerke betroffen sind: „Sofern wir von derartigen Schmierereien betroffen sind, lassen wir sie entfernen und stellen Strafanzeige“, sagt Sprecher Jochem Manz.

EUV entstehen über 10.000 Euro Kosten

Dem EUV entstehen durch Schmierereien und ihre Entfernung im Jahr Kosten in Höhe von mindestens 10.000 Euro, sagt Sabine Latterner.

Die Polizei ist Ermittlungsbehörde und gibt solche Fälle zur rechtlichen Würdigung an die Staatsanwaltschaft weiter. Die muss am Ende entscheiden, ob daraus ein Strafrechtsfall wird. Es kann dabei um ein Verunglimpfen das Staates gehen, aber allemal eine Sachbeschädigung. Die wird als Strafantrag dann verfolgt. Allerdings ist in diesen Fällen, gerade, wenn es nicht um kunstvolle Graffiti, sondern um hingeschmierte Schriftzüge geht, die Ermittlung eines Täters schwierig. „In solchen Fällen helfen nur Beobachtungen von aufmerksamen Zeugen“, sagt Polizeisprecher Michael Franz.

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