EUV muss jede Zigaretten-Kippe per Hand aus den Marktplatz-Fugen pulen lassen

hzAltstadt

Der Stadtbetrieb EUV muss den Marktplatz weiter von Hand reinigen lassen. Alle maschinellen Versuche, das empfindliche Pflaster in Castrop sauber zu bekommen, sind bis heute gescheitert.

Castrop

, 04.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Material, mit dem der Castroper Marktplatz gepflastert ist, der Unterbau des Pflasters oder die Verlegungsart scheinen so speziell oder kompliziert zu sein, dass der Stadtbetrieb EUV bis heute keine Möglichkeit gefunden hat, den Platz maschinell zu reinigen.

Im vergangenen Sommer hatte der Stadtbetrieb damit begonnen, maschinelle Reinigungsgeräte zu testen, um die personalaufwendige Reinigung des Platzes per Hand einstellen zu können. Die musste nach der Neugestaltung des Marktplatzes eingeführt werden, da die zuvor eingesetzten Reinigungsgeräte auf dem neuen Material nicht funktionieren.

Nachdem es nach der 2019er-Auflage von „Castrop kocht über“ starke Verunreinigungen des Pflasters gegeben hatte, über die es sogar Streit zwischen Gastronomen und EUV gegeben hatte, wurde eine neue Reinigungsmethode erprobt. Im August 2019 ließ der EUV dazu einen Reinigungstest mit einem Drehteller-Gerät der Firma Kärcher durchführen.

Reinigungsergebnis überzeugt nicht

EUV-Sprecherin Sabine Latterner begründete das 2019 so: „Da das Marktplatzpflaster, insbesondere nach den bisher stattgefundenen Veranstaltungen, immer wieder Verschmutzungen aufweist, werden verschiedene alternative Methoden zur Reinigung des Pflasters getestet. Das Ergebnis sollte dabei wie folgt aussehen: Es muss ein optimaler Reinigungseffekt erzielt werden. Zugleich muss die Reinigung so schonend sein, dass sich die Pflasterfugen weiterhin konsolidieren können.“

EUV muss jede Zigaretten-Kippe per Hand aus den Marktplatz-Fugen pulen lassen

Der Reinigungsversuch des EUV mit der Firma Kärcher auf dem Pflaster rund um den Reiterbrunnen scheiterte im vergangenen Sommer. © Thomas Schroeter

Der Test des Kärcher-Gerätes hatte die EUV-Experten damals nicht überzeugt. Nach dem Test wurden, so ergab jetzt eine Nachfrage bei Sabine Latterner, weitere Reinigungsmethoden/weitere Maschinen getestet. „Da bis dato keine Methode die von uns gewünschte Wirkung – gründliche und zugleich schonende Reinigung – erzielt hat, werden weiterhin Reinigungsmethoden getestet.“

Derweil werde der Marktplatz weiterhin händisch gereinigt, „wodurch aber für die Bürgerinnen und Bürger bzw. die Gebührenzahlerinnen und -zahler keine Mehrkosten entstehen“, so die EUV-Sprecherin.

Veranstalter bekommt die Rechnung

Die Kosten für die gesamten Reinigungsarbeiten auf Straßen und Plätzen im Altstadtbereich seien – genau wie im gesamten Stadtgebiet – über die Straßenreinigungsgebühr gemäß Straßenreinigungssatzung abgedeckt. Sabine Latterner: „Sollten bei Veranstaltungen oder beim Wochenmarkt Sonderreinigungen erforderlich sein, so werden diese dem Veranstalter oder dem Marktbeschicker gesondert in Rechnung gestellt.“

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Unmittelbar nach dem Abbau der Herbstkirmes hatte der EUV Stadtbetrieb die Marktplatzfläche in der Altstadt einmal von all den in vergangenen Monaten achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln befreit.

Mit einem verstärkten Team waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und hatten die Marktplatzfläche und die Fugen gezielt mit Müllzangen gereinigt. Das Ergebnis der Säuberungsaktion: Es wurden mehrere zehntausend Zigarettenstummel gesammelt.

Weitere Aktionen sind möglich

„Das ist schon eine beträchtliche Anzahl“, sagte EUV-Vorstand Michael Werner und wies darauf hin, dass eine Zigarettenkippe rund 40 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen kann. Pro Zigarettenstummel, der bis zu 7000 Chemikalien enthalte, landen durchschnittlich zwei bis sechs Milligramm Nikotin in der Umwelt. „Dies wollen wir noch einmal ins Bewusstsein rufen“, betont Werner.

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Auf die Frage, ob eine weitere solche Aktion geplant sei, antwortete Sabine Latterner jetzt: „Eine ‚Kippen-Aktion‘ ist aktuell nicht geplant. Weitere Aktionen sind aber durchaus möglich, hier werden wir uns beispielsweise im Vorfeld von ‚Castrop kocht über‘ sehr eng mit den Veranstaltern abstimmen.“

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