Familiendrama: Baby kommt bei Pflegeeltern unter

Familie wohnte in Castrop-Rauxel

Das Familiendrama, das sich am Samstag in Bövinghausen ereignet hat, zieht Kreise nach Castrop-Rauxel. Offenbar lebte das Ehepaar dort mit seinem Kind in einer Wohnung. Im Streit soll der Mann seine Frau erstochen haben. Der Säugling kommt in eine Pflegefamilie.

CASTROP-RAUXEL

, 14.11.2016, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Streit mit tödlichem Ausgang zwischen einem 34-jährigen Mann und einer 26-jährigen Frau in Bövinghausen am Samstag hat auch Spuren nach Castrop-Rauxel. Das Paar, das ein wenige Wochen altes Kind hat, soll nach Recherchen unserer Redaktion in den vergangenen Monaten in einer Asylbewerber-Einrichtung und zuletzt in einer Wohnung in Castrop-Rauxel gelebt haben.

Dem Säugling geht es laut Staatsanwalt Henner Kruse gut. Das Jugendamt in Castrop-Rauxel, so die Dortmunder Staatsanwaltschaft, habe das Kind in einer Pflegefamilie untergebracht.

Der 36-jährige Ehemann soll die Frau getötet haben. Beide wohnten zuletzt wohl in Castrop-Rauxel. Von der Stadtverwaltung waren am Montag keine Informationen zu erhalten.

Frau wollte Trennung

Der Tat auf der Uranusstraße in der Nähe der Provinzialstraße in Bövinghausen war ein Streit vorausgegangen. Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten am Sonntag, dass die Frau die Trennung wollte. Die Frau starb in einem Krankenhaus an den Folgen der Messerstiche, mit denen mehrere Organe verletzt wurden. Alle Versuche der Ärzte, ihr Leben noch zu retten, scheiterten.

Laut Staatsanwaltschaft fahndete die Polizei am Samstagabend nach dem Mann. Eine Spur führte zu einer Asylbewerberunterkunft, wo der mutmaßliche Täter allerdings nicht anzutreffen war. Auch dort soll er sich nach der Trennung von seiner Frau aufgehalten haben.

Beide haben einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Gemeinsam wohnten sie in einer Wohnung. Den Ehemann konnte die Polizei in der Nähe dieser Wohnung auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet festnehmen.

Opfer wohnte im Frauenhaus

Zeitweise wohnte die 26-Jährige offenbar auch in einem Frauenhaus. Ob es sich um das in Castrop-Rauxel handelte, war am Montag nicht mehr herauszufinden. Die Mordkommission prüft einen Hinweis, wonach der 36-Jährige ihr schon einmal Gewalt angetan haben soll.

Polizei und Justiz ist der Mann aus zwei anderen Verfahren bekannt. Diese sind eingestellt worden. Da der mutmaßliche Täter der Vater ist und derzeit in Untersuchungshaft sitzt, musste das Jugendamt in Castrop-Rauxel sicherstellen, dass das Baby gut versorgt wird. In der Untersuchungshaft ist das nicht möglich.

Später muss ein Familiengericht über das mögliche Sorgerecht des Vaters und die Zukunft des Babys entscheiden.

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