Familiendrama: Kind (5) sah tödliche Attacke mit an

Tathergang nun klarer

Es ist ein Drama, mehr noch: Eine Familientragödie. Beim gewaltsamen Tod der 26-jährigen Mutter war auch ein fünfeinhalbjähriges Kind dabei. Wie berichtet, starb die junge Frau am Samstagabend, nachdem ihr Mann in Bövinghausen mehrfach mit dem Messer auf sie eingestochen hatte. Die Familie wohnte in Castrop-Rauxel.

CASTROP-RAUXEL

, 15.11.2016, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Tatort wurde damals eine Blume niedergelegt.

Am Tatort wurde damals eine Blume niedergelegt.

Der 34-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Der Asylbewerber lebte in Castrop-Rauxel in einer städtischen Unterkunft. Das bestätigte Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Dass es die Harkortstraße gewesen sein soll, bestätigte sie nicht. „Neben dem Bereich Soziales, der Fachstelle Asyl, war und ist auch das Jugendamt involviert – auch schon vor der Tat“, sagte Hilleringmann auf Anfrage.

Aufenthalt in verschiedenen Frauenhäusern

Es muss ein Martyrium gewesen sein, das die Mutter eines im September geborenen Babys durchlitt: Sie war zweimal in Frauenhäusern gewesen – außerhalb Castrop-Rauxels, aber unter Beteiligung der Stadt, so Hilleringmann. Darüber hinaus gebe sie keine Auskünfte, zumal es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft handele.

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Nach Informationen unserer Redaktion war die junge Mutter erst in einem Frauenhaus in Dülmen, später in einem Frauenhaus in Ahaus. Die Adresse der Schutzeinrichtung in Dülmen soll der des Mordes Verdächtigte herausbekommen haben.

Unsere Information, dass der Mann dort die Frau vergewaltigt habe, konnte Oberstaatsanwalt Henner Kruse in Dortmund auf Anfrage nicht bestätigen. „Da läuft ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft in Dülmen, mehr wissen wir noch nicht“, sagte Kruse.

Fünfeinhalbjähriger Sohn aus anderer Beziehung

Die letzte Adresse des Ehepaares in Castrop-Rauxel habe auf „Franzstraße“ gelautet. Der fünfeinhalbjährige Junge stamme aus einer anderen Beziehung des Vaters, lebte jedoch zuletzt bei seiner nun getöteten Stiefmutter. Nach Informationen unserer Redaktion ist der Junge derzeit in einer Kinderklinik. Er spreche kein Wort.

Damit der Vater den Jungen sehen konnte, soll es am Samstag zu dem Treffen in Bövinghausen gekommen sein. „Der Mann hatte wohl auch die Hoffnung, dass die Frau zu ihm zurückkehrt“, berichtete Kruse. Die vermeintliche Aussprache sei in einer Wohnung in Bövinghausen vereinbart worden – zusammen mit einem gemeinsamen Bekannten.

Situation eskaliert auf dem Weg zum Bahnhof

Nach dem Gespräch, als klar geworden sei, dass es bei der Trennung bleiben sollte, habe der Mann seine Frau und die beiden Kinder noch bis zum Bahnhof nach Bövinghausen begleiten wollen. Dann sei die Situation eskaliert.

 

Passanten, die noch versucht hätten, den Mann zu beschwichtigen, konnten nicht verhindern, dass er zum Messer griff – „und die Frau nach ein paar Metern Flucht erwischte“, sagte Kruse. Der Bekannte habe sich um die Kinder gekümmert.

Das Baby ist in einer Pflegefamilie. Der mutmaßliche Täter konnte zunächst flüchten, wurde aber nach wenigen Stunden festgenommen. 

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