Finanzierung für Zwar-Gruppen gestrichen - in Castrop-Rauxel geht es trotzdem weiter

hzZwischen Arbeit und Ruhestand

Das NRW-Sozialministerium hat sich aus der Finanzierung der ZWAR-Gruppen zurückgezogen. Das ist ungünstig für die Stadt, für die Gruppen selbst hat es zunächst keine direkten Auswirkungen.

Castrop-Rauxel

, 22.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die vier Buchstaben Zwar stehen als Abkürzung für die Umbruchphase „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Wenn der Ruhestand kurz bevorsteht oder schon eingetreten ist und Kinder das Elternhaus verlassen, ist dies oft mit einem tiefen Lebenseinschnitt verbunden.

Der bis dahin durch Beruf und Familie strukturierte Alltag fällt weg, und man hat auf einmal viel Zeit. Zeit, die man sinnvoll nutzen, mit Leben und Begegnungen füllen kann. Für viele Menschen ist dieser Übergang gleichzeitig Chance und Herausforderung. Genau hier setzt das Zwar-Netzwerk an.

Man kümmert sich umeinander

Interessierte Menschen sehen sich bei den sogenannten Basistreffen und gestalten ihre Freizeit miteinander. Jeder bestimmt mit, was man tun und unternehmen möchte. Man kümmert sich gegenseitig umeinander und erfährt Zusammenhalt in der Gemeinschaft.

Seit 1979 besteht das landesweite Konzept der Zwar-Zentralstelle NRW in Dortmund zur Gründung von sozialen Netzwerken. Diese Zentralstelle musste jetzt schließen, da das Sozialministerium die Finanzierung eingestellt hat. Aufgabe der Zentralstelle war es unter anderem die Kommunen bei der Einrichtung der Gruppen zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten.

Gruppen in Henrichenburg und Rauxel

In Castrop-Rauxel gibt es zwei Zwar-Gruppen: In Henrichenburg treffen sich Menschen ab 50 Jahren aufwärts seit 2003 alle zwei Wochen, montags um 18 Uhr (jeweils in der geraden Kalenderwoche), im Maximilian-Kolbe-Haus, Alter Kirchplatz 10. Zu Corona-Zeiten pausieren die Treffen.

Devrim Ozan kümmert sich als Quartiersmanager auch im die Zwar-Gruppe im Wilhelm-Kauermann-Seniorenzentrum.

Devrim Ozan kümmert sich als Quartiersmanager auch im die Zwar-Gruppe im Wilhelm-Kauermann-Seniorenzentrum. © Stadt

Die andere Gruppe trifft sich jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr im Café oder im Speisesaal des Wilhelm-Kauermann-Zentrums, Bahnhofstraße 83a. Geleitet wird die Gruppe von zwei Ehrenamtlerinnen, die widerum unterstützt werden vom Quartierskümmerer Devrim Ozan.

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Auch diese Gruppe hat die nächsten Termine abgesagt. Grundsätzlich sind Interessierte in beiden Gruppen willkommen. Informationen gibt es unter Tel. (02305) 1032399.

Seminare werden nicht mehr finanziert

Beide Gruppen tragen sich selbst, die Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt, sie sind also nicht vom Geld des NRW-Sozialministeriums abhängig. Wenn Ausflüge, Restaurantbesuche oder gemeinsame Frühstücke geplant sind, zahlt jeder einen Obulus. „Wenn einzelne Kommunen jetzt aber neue Gruppen gründen wollen oder spezielle Seminare anbieten wollen müssten sie das selbst finanzieren“, erklärt Ute Schünemann-Flake. Die Fachberaterin hatte einst der Stadt geholfen, die Zwar-Gruppen in Castrop-Rauxel zu etablieren.

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