Fridays for Future: Das haben die Schüler in ihrem ersten Aktions-Jahr erreicht

hzMein Thema 2019

Greta Thunberg macht es vor, Castrop-Rauxeler Schüler machen es nach. Begonnen hat Fridays for Future im März. Seitdem hat die junge Generation eine Kehrtwende in der Stadt erreicht.

Castrop-Rauxel

, 25.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

500 Schüler und Schülerinnen aus Castrop-Rauxel gingen am 15. März 2019 auf die Straße. Sie schwänzten die Schule und setzten sich gegen den Klimawandel ein. Ihr Vorbild: die Schwedin Greta Thunberg. Und was taten die Erwachsenen? Diskutieren, ob blau machen erlaubt sein kann.

Die Bewegung der Schüler nahm Fahrt auf: Der ersten Demonstration folgten weitere und viele Erwachsene machten sich weiter still und tatenlos ihre Gedanken.

Ich selbst versuchte in Castrop-Rauxel plastikfrei einzukaufen - mit meiner Tupperdose kam ich an der Käsetheke nicht weit, und auch bei Sahne, Butter und Süßigkeiten schaute ich in die Röhre beziehungsweise in die Plastiktüte. Ich sprach mit einem jungen Aktivisten über das Thema Lebensmittel aus Mülltonnen retten, über Konsum und Klimaschutz.

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Die Schüler bastelten weiter Plakate, streikten auch an Feiertagen, forderten den Klimanotstand in Castrop-Rauxel und wollten von der Politik Ergebnisse sehen. Und dann - schleichend - wurde die Stimme der jungen Generation erhört.

Trinkhalme, Klimabündnis, Umweltpunkt

Wenn ich in unser Archiv schaue, sehe ich Ansätze, die Hoffnung machen: Jugendliche basteln Trinkhalme aus Stroh und verkaufen diese, die Alte Eiche in Habinghorst ist besetzt, es wurde ein Klimabündnis gegründet, es gibt Einrichtungen, die kostenloses Trinkwasser ausgeben, das Marcel-Callo-Haus soll ein Umweltpunkt werden, die Wochenmärkte werden im kommenden Jahr plastikfrei. Und tatsächlich kann man in einigen Supermärkten jetzt mit seiner Plastik- oder besser noch Glasdose an der Frischetheke vorstellig werden.

Bei Schmidt am Markt wurden die Kunden per Zettel im Schaufenster dazu sogar explizit aufgefordert. Und diese Aufzählung ist sogar noch lückenhaft.

Bis zu diesem Zeitpunkt konnten viele Erwachsene das Thema Klimawandel und Fridays for Future noch ganz gut ignorieren. Das änderte sich am 20. September. Dann waren nämlich alle - Groß und Klein, Schüler und Arbeitnehmer, Rentner und Großeltern - zum Streik aufgerufen. Wegducken war jetzt schwierig. Welche Ausrede zählt schließlich, wenn es um die Zukunft, um das Klima, um die ganze Erde geht? Eigentlich keine. Manche erklärten trotzdem, arbeiten zu müssen, ein Meeting nicht verpassen zu können oder das Thema als unwichtig zu betrachten.

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Ich war dabei. Ich bin mit den Schülern auf die Straße gegangen. Und ich war stolz. Nicht auf mich, sondern auf die Schüler. Ohne sie wäre die ganze Bewegung nicht losgetreten worden. Ein Umdenken hätte nicht stattgefunden. Und diese Geschichte hätte ein fatales Ende gefunden. So haben wir noch eine Chance.

MEIN THEMA 2019

In der Serie „Mein Thema 2019“ blicken unsere Redakteure aufs Jahr in Castrop-Rauxel zurück. Welches Thema hat sie am meisten begeistert, mitgenommen, betroffen gemacht oder bewegt? Sie schildern auf den Punkt, warum es diese Geschichten geschafft haben, in Erinnerung zu bleiben.
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