Friedhof Henrichenburg: Erste Rodungen für Kita

Gegner empört

Die vom Rat angeordneten Baumfällarbeiten auf dem als neues Kindergartengelände vorgesehenen ehemaligen Friedhof Henrichenburg haben am Dienstag begonnen. Bei den Gegnern der umstrittenen Bebauung löst das Enttäuschung und Empörung aus.

HENRICHENBURG

, 03.03.2016, 06:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die emeritierte Medizin-Professorin Dr. Irmgard Isselstein (l. ) und Leonore Schröder vor dem Grabstein der Familiengruft Schulte Strathaus.

Die emeritierte Medizin-Professorin Dr. Irmgard Isselstein (l. ) und Leonore Schröder vor dem Grabstein der Familiengruft Schulte Strathaus.

„Das hier durchzuziehen ist eine große Schweinerei, das können sie genauso schreiben“, entrüstete sich Leonore Schröder am Ort des Geschehens. Auch Anlieger Frank Boente hielt nicht mit seiner großen Verärgerung hinter dem Berg: „Das stinkt doch hier zum Himmel“, erklärte er unter Hinweis auf sein noch laufendes Verfahren vor dem Düsseldorfer Petitionsausschuss.

Petition noch nicht entschieden

Ein Telefonat von ihm in Düsseldorf hatte ergeben, dass seine Petition, im Gegensatz zu der von Leonore Schröder, noch nicht entschieden ist. Und dass die beiden im Ziel gleichen Eingaben in der Landeshauptstadt überhaupt nicht zusammengebracht worden waren, was seinen Zorn auch auf die Landespolitik lenkte.

Was bei Leonore Schröder, die ihre Ablehnung bereits kurz nach dem positiven Ratsbeschluss für die Umsetzung einer Bebauung erhalten hatte, auch der Fall war. „Die sind inhaltlich überhaupt nicht auf meine Argumente eingegangen, sondern haben lediglich auf die Planungshoheit der Stadt verwiesen“, machte sie aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.

Umfangreiche Stellungnahme

Zuvor hatte sie mit einer umfangreichen Stellungnahme dargelegt, dass sich aus Gründen des Kultur- und Naturschutzes und aufgrund vorliegender Baulandalternativen eine Bebauung des 1950 zuletzt genutzten Friedhofsgeländes verbiete. „Einfach nur pietätlos“, schüttelte die Henrichenburgerin Gabriele Wetterkamp-Prott den Kopf, dass man für das Gedenken an verstorbene Kinder zu Recht alles tue, hier aber nur die wirtschaftlichen Vorteile im Sinn habe.

Persönlich betroffen zeigte sich auch die emeritierte Medizin-Professorin Dr. Irmgard Isselstein, deren Großmutter eine geborene Schulte-Strathaus war. Der gut erhaltene Grabstein der Familiengruft gehört zu den Denkmälern, die derzeit unter den gefällten Bäumen verschwunden sind. „Das ist ein Unding“, sagte sie und will den Stein unbedingt auf ihrem Anwesen in Suderwich sichern.

Nachspiel angekündigt

Die FWI hat bereits ein Nachspiel angekündigt. Sie empört sich darüber, dass der Kindergarten nun doch erst im Sommer 2017 bezogen werden soll. „Die Dringlichkeitsentscheidung war gar nicht notwendig“, erklärte Fraktionschef Manfred Postel.

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