Für den NaBeBa und das Kinderschutz-Forum ist ein gemeinsamer Traum geplatzt

hzRapensweg

Diesen Rosenkrieg hätten wahrscheinlich beide Vereine gern vermieden: Das Tischtuch zwischen NaBeBa und dem Deutschen Kinderschutz-Forum ist offenbar zerschnitten. Das Bedauern ist groß.

Ickern-End

, 03.03.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor allem das Deutsche Kinderschutz-Forum, aber ganz sicher auch der NaBeBa e.V. bedauern, was in den vergangenen Tagen an Aufregung entstanden ist: Da waren zwei Vereine sich über Wochen näher gekommen, um eine gemeinsame Zukunft zu starten.

Der eine wollte dem anderen Verein helfen, weil der Probleme am Standort am Rapensweg hat. Der andere Verein brauchte Aufmerksamkeit und wollte die 200 Tiere und ehrenamtlichen Mitarbeiter in sein Konzept eines „Centrums für Bildung und Familie“ einbauen.

„Keine Kooperation mit dem DKF“

Doch diese Zusammenarbeit zweier Vereine ist geplatzt. Das scheint zumindest sicher nach Verlautbarungen aus dem NaBeBa-Vorstand, der sich bei einer Krisensitzung am Montagabend darauf verständigte. „Es findet keine Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutz-Forum (DKF) statt“, schrieb Vorstandsmitglied Joachim Sternal am Dienstag. Und: „NaBeBa muss nicht schließen!“

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Die Abkürzung steht für Natur- und Begegnungsbauernhof. Es handelt sich um eine Einrichtung, die Doro Zijp vor 13 Jahren am Rapensweg rund um ein kleines Bauernhäuschen gegründet hat.

Die Zukunft steht schon seit 2012 in den Sternen, da dieser Bauernhof hier baurechtlich eigentlich nicht sein darf. Darauf hatte die Stadt Waltrop den NaBeBa zuletzt eindringlich hingewiesen. Zusammen mit zwei Vertretern des DKF, Pascal Schröer und Friedrich-Wilhelm von Krauss, gelang es, die von der Stadtverwaltung gesetzte Frist (1. März) zu verlängern.

Eigenmächtig Text herausgegeben?

„Leider hat DKF im Vorfeld eigenmächtig einen Text herausgegeben, der vom NaBeBa nicht autorisiert wurde“, so der NaBeBa am Dienstag in einer Mitteilung. Ein Vorwurf, den Schröer und von Krauss nicht stehen lassen: „Es gibt eine Mail von Frau Zijp, in der sie schrieb, dass die Öffentlichkeit gezielt und seriös informiert werden soll. Tenor war: NaBeBa platzt aus allen Nähten und sucht einen Ort, wo das Konzept ausgebaut werden kann. Wir haben den Text etwas verändert und hatten das Okay, das zu veröffentlichen.“

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Das tat das DKF am 23. Februar auf seiner Website und löste damit Verwirrung aus: Erst dachten viele, man suche Abnehmer für 200 Tiere. Dann wunderten sich viele, was DKF überhaupt mit NaBeBa zu tun hat. Die Frage nach der Autorisierung des Aufrufes nach Spenden, die beim DKF landen sollten, stand ebenfalls im Raum.

Bei Doro Zijp und Vereinsmitgliedern kam offenbar Skepsis auf. Sie wolle sicher gehen, dass das DKF glaubwürdig sei. Dazu forderte sie, dass der Verein dem Paritätischen, einem Dachverband von Wohlfahrtsorganisationen, beitreten möge. Außerdem wollte der NaBeBa, dass das DKF seine Bücher offenlegt, um sicher zu gehen, wie viel Geld wirklich dahinter steckt. Denn das Forum soll angegeben haben, 500.000 Euro in einen gemeinsamen neuen Standort investieren zu wollen.

„Für uns ein heftiger Dämpfer“

„Für uns ist das ein heftiger Dämpfer“, sagte Pascal Schröer am Dienstag im Telefonat mit unserer Redaktion. „Wir wollen etwas aufbauen und hatten zu keiner Zeit einen schlechten Gedanken dabei. Wir hatten sogar schon einen neuen Bauernhof, sogar einen in Waltrop, in Aussicht. Die Eskalation hat mich richtig mitgenommen und getroffen“, so Schröer.

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NaBeBa erklärt hingegen: „Berechtigte Fragen von Mitgliedern zum DKF wurden nicht befriedigend und in einem Punkt sogar unwahr beantwortet.“ Schröer findet, dass man wenigstens noch mal darüber hätte sprechen können. Aber daraus wurde nichts.

Joachim Sternal: „Der Rummel hat uns trotz der Missverständnisse gute Kontakte gebracht. Für einen neuen Standort haben wir bereits Anfragen, die sehr interessant und realistisch sind.“ Gruppen oder Familien, die einen besonderen Vormittag auf dem NaBeBa erleben möchten, könnten diesen „wie gewohnt buchen“.

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