FWI kritisiert Bürgermeister Kravanja: „Wir fühlen uns ausgenutzt!“

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Der Bürgermeister vertritt die Stadt nach außen. Die FWI wirft Bürgermeister Rajko Kravanja nun vor, ihre Idee als seine verkauft zu haben. Die Stadtverwaltung kontert.

Castrop-Rauxel

, 18.09.2020, 13:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die FWI hat in der vergangenen Ratsperiode mit vier Sitzen die drittgrößte Fraktion im Castrop-Rauxeler Rat gestellt. Damit befand sie sich auf Augenhöhe mit den Grünen.

In eine Sitzung des Bildungs-Ausschusses Ende Juni 2019 brachte die FWI einen Antrag ein. Dabei drehte es sich um „Gekennzeichnete Entnahmestellen für Trinkwasser an allen Schulen Castrop-Rauxels“. Was sperrig klingt, meint eigentlich nur Wasserspender für die Schüler.

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Die FWI wollte in dem Antrag die Verwaltung beauftragen zu prüfen, „ob für alle Schülerinnen und Schüler an allen Schulen in Castrop-Rauxel die Möglichkeit besteht bzw. eingerichtet werden kann, kostenlos Leitungswasser an dafür vorgesehenen Wasserhähnen in mitgebrachte Trinkflaschen abzufüllen“.

Jetzt, mehr als ein Jahr später, hat Bürgermeister Rajko Kravanja die vermeintlichen Früchte dieses Antrages öffentlichkeitswirksam vorgestellt.

In Zusammenarbeit mit Gelsenwasser wurden Trinkflaschen an Erstklässler verteilt. In einem Facebook-Post zu der Aktion heißt es: „Die Stadtverwaltung will das Trinken von Leitungswasser fördern und hat bereits an zwei Schulen Trinkwasserspender installiert. Bald sollen alle Schulen damit ausgestattet werden und auch im Stadtgebiet soll künftig eine Trinkwasserstation entstehen!"

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Die Fraktionsvorsitzende der FWI, Annette Korte, ist darüber verärgert: „Wir fühlen uns ausgenutzt“, sagt sie auf Anfrage unserer Redaktion. Ein gemeinsamer Pressetermin zur Präsentation der Aktion sei damals zugesichert worden.

Zu dem Pressetermin des Bürgermeisters sei jedoch kein Mitglied der FWI informiert worden. „Ich finde einfach, dass man sich nicht mit fremden Federn schmückt. Das ist nicht fair“, formuliert Annette Korte. Trotzdem freue sich die FWI für die Kinder, dass das Projekt zustande gekommen ist.

Äußerung über die Pressestelle

Rajko Kravanja äußerte sich auf Anfrage der Redaktion über die Pressestelle der Stadtverwaltung zu den Vorwürfen der FWI. Pressesprecherin Uta Stevens erklärt schriftlich: „Das Vorgehen ist so üblich, denn: Eine Fraktion legt im Stadtrat einen Antrag vor. Wenn dieser durch den Rat beschlossen wird, wird die Verwaltung durch den gesamten Rat mit der Umsetzung beauftragt. Die Verwaltung kommuniziert dies im Sinne der Transparenz und Information für Bürgerinnen und Bürger.

Der jeweiligen Fraktion sei es unbenommen, dafür ihre eigene Pressearbeit zu machen und öffentlich aufzuzeigen, dass es ihr Antrag war, der nun durch die Verwaltung umgesetzt werden soll. Und ebenfalls jetzt kann die Fraktion über ihre Kanäle noch einmal auf ihren Antrag aufmerksam machen. So verfahren auch alle anderen Fraktionen im Stadtrat."

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