Gemeinsame Lieder unter dem Baum und „die alte Eiche bricht den Stein“

hzAlte Eiche

Die Aktion „Rettet die alte Eiche“ hat Pfingstmontag zum dritten Picknick im neuen Baugebiet an der Heerstraße eingeladen. Dieses Mal standen die Hinweistafeln noch. Häufig verschwinden sie.

Habinghorst

, 11.06.2019, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Längst gibt es einen Trampelpfad zur alten Eiche im künftigen Baugebiet „Wohnen an der Emscher“ und zwei Hinweisschilder, damit Interessierte den Weg zum rund 250 Jahre alten Baum auch finden. Pfingstmontag hatten die Schilder jedenfalls noch Bestand , als sich an die 70 Bürger beim dritten von der Aktion „Rettet die alte Eiche“ inszenierten Picknick einstellten.

Über zwei Stunden gab es rege Diskussionen, Livemusik mit der Songgruppe Unerhört, neue und alte Informationen zum Stand der Dinge und natürlich selbstgebackenen Kuchen. Und höchstwahrscheinlich ein Novum für die Eiche, falls sie nicht schon irgendwann mal in der Geschichte Castrop-Rauxels eine bedeutende Rolle gespielt hat: Die Umweltaktivisten sangen gemeinsam.

Zum Beispiel den von Jürgen Schulte-Heinrich extra fabrizierten Song „Die alte Eiche“ nach der Melodie „Das weiche Wasser“ der Klassiker, das Lied von den Bots, 1981 entstanden. Ein Auszug: „250 Jahre schon, Hochwasser, Stürme und Ozon, Dreigrund will den Stahlbeton, der Rat der Stadt kennt kein Pardon.“ Und der Refrain: „Wir wollen wie das Wasser sein, und sind wir schwach und sind wir klein, wir woll‘n an ihrer Seite sein, die alte Eiche bricht den Stein“.

Beschluss des Stadtrats noch immer nicht veröffentlicht

Holger Steiner, einer der beiden Sprecher des Aktionsbündnisses, das von den Grünen, der FWI, der Linken und vom BUND unterstützt wird, verwies darauf, dass der Ratsbeschluss zum Bebauungsplan 245 vom 4. April noch immer nicht im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht worden sei. Daraus womöglich abzuleiten, dass es im Hintergrund Gespräche geben könnte, den positiven Ratsbeschluss zu diesem Bebauungsplan zu ändern, sei spekulativ, heißt es.

Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi hat gegenüber unserer Redaktion erklärt: „Das ist nichts Besonderes, wenn zwischen dem Ratsbeschluss und der Veröffentlichung im Amtsblatt mehrere Wochen liegen.“ Die Verwaltung sei bemüht, das noch vor der Sommerpause hinzukriegen. Der Bebauungsplan wird erst dann rechtskräftig, wenn er veröffentlicht ist.

Auch in den politischen Gremien taucht die alte Eiche wieder auf

An einem Tisch tragen sich unterdessen weitere Unterstützer in die Unterschriftenlisten ein. Wie berichtet hat das Aktionsbündnis eine zweite Sammelaktion gestartet. Im Gästebuch, das von Astrid Stoye und ihrem Lebensgefährten Holger Steiner betreut wird, finden sich 50 Sprüche und gute Wünsche.

Und auf Wunschbändern an den Zweigen der alten Eiche steht etwa: „Wir wünschen Dir noch 1000 Jahre“. In die Politik kommt das Thema wieder in der Sitzungsfolge, die am 25. Juni mit dem Umweltausschuss startet. Die Grünen haben den Antrag gestellt, den Bebauungsplan so abzuändern, dass die alte Eiche stehen bleiben kann.

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