57-Jährige rutscht im Lidl aus - jetzt verklagt sie den Discounter auf Schmerzensgeld

hzQuark-Unfall im Supermarkt?

Der Einkauf beim Discounter endete für die 57-Jährige vor fast genau einem Jahr im Krankenhaus. Sie rutschte aus und verletzte sich schwer. Nun klagte sie auf Schmerzensgeld.

Obercastrop

, 26.06.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Einkauf beim Discounter an der Wittener Straße (B235) gehört für die Kundin zu ihren Gewohnheiten. Schon ungezählte Male hat sie ihren Einkaufsroller, den sie selbst „Hackenporsche“ nennt, vorn am Einkaufswagen fixiert, im Laden die gewünschte Ware zusammengesucht und ist zur Kasse gegangen. Diesmal, im vergangenen Sommer um die Mittagszeit, war es Kasse 3.

Ware auf das Band, wieder in den Einkaufswagen packen, zahlen und fertig. Doch diesmal kommt es anders: Die Frau hat die Hände schon wieder am Wagen, als sie plötzlich ausrutscht. „Mein linkes Knie war verdeht, ich schlug hin, hatte höllische Schmerzen“, sagt sie. Und ist ganz sicher: Sie ist auf einer quarkähnlichen Masse ausgerutscht.

Die 57-Jährige weinte und war total fertig

Selbst gesehen hat sie aber nichts davon. „Ich hab geweint und war total fertig“, schildert sie ihre missliche Lage. Trotz der Hilfe des Kassierers konnte sie nicht aufstehen. Sie wurde vom herbeigerufenen Rettungswagen ins Rochus-Hospital gebracht.

„Im RTW hat mir der Sanitäter erst den Schuh ausgezogen und dann die Sohle gezeigt. Sie war dick mit einer weißen Schicht bedeckt“, berichtet die Verletzte vor dem Amtsgericht. Kommentiert habe der Helfer die Sache nicht und habe die Masse dann einfach abgeputzt.

Dennoch ist sie sicher: Da war was auf dem Boden, da gebe es kein Vertun.

Fuß gebrochen, OP, etliche Arzttermine

Die Ärzte stellten fest, dass ihr Fuß gebrochen war. Operation, stationärer Aufenthalt im Krankenhaus und danach noch etliche Termine beim Arzt. Erschwerend kam hinzu, dass sie eh schon Probleme mit dem Laufen hatte - wegen einer leichten Lähmung im rechten Bein.

Für die Frau ist klar, wer die Schuld an ihrem Sturz trägt: der Discounter. Von ihm fordert sie Schmerzensgeld. Über die Höhe hatte sich das Oberlandesgericht schon Gedanken gemacht, bevor die Angelegenheit im Amtsgericht Castrop-Rauxel auf das Richterpult kam. 5000 Euro für den Fall, dass der Ladenbetreiber die volle Haftung trägt, bei einem Mitverschulden der Kundin ein Drittel weniger.

Der Richter schlägt einen Vergleich vor

Ob der beklagte Discounter seiner Verkehrssicherheitspflicht nicht nachgekommen ist, ist derzeit nicht nachweisbar. Da müssten noch verschiedene Zeugen angehört werden. Ein Riesenaufwand mit fraglichem Ausgang, so der Richter.

Er schlug einen Vergleich vor und regte an, dass der beklagte Discounter 1500 Euro an die Klägerin zahlt. Die inzwischen 58-jährige Frau wäre damit einverstanden. Sie wäre froh, wenn sie mit der Sache abschließen könnte.

Jetzt muss der Discounter sich äußern

Der Anwalt der Ladenkette wird seinen Auftraggeber über den Richter-Voschlag informieren. Er hat drei Wochen Zeit, um ein Veto einzulegen. Dann ginge die Verhandlung in die nächste Runde.

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