Gibt es im Castrop-Rauxeler Wildgehege Grutholz auch Besucher, die Tiere angreifen?

hzTierquälerei im Streichelzoo

Im Dortmunder Streichelzoo sind rabiate Besucher keine Seltenheit. Durch sie starben in den vergangenen Jahren 14 Tiere. Gibt es die Probleme auch im Wildgehege Grutholz?

Deininghausen

, 04.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Enten, die mit Steinen beworfen werden, totgetretene Wachteln und Ziegen, die geschlagen werden: Was sich liest wie ein Krimi, soll sich tatsächlich immer wieder im Dortmunder Streichelzoo ereignet haben.

So oft, dass der Zoodirektor nun öffentlich über eine Schließung nachdenkt. Denn innerhalb der vergangenen fünf bis sechs Jahre seien im Dortmunder Streichelzoo 14 Tiere durch Menschenhand tödlich verletzt worden.

Gibt es solche Probleme auch im Wildgehege? „Nein“, sagt Marianne Scheer auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir haben hier zum Glück solche Probleme nicht. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Besucher ein Tier angegriffen hat.“

Besucher würden auch immer nur in Gruppen in das Gehege gelassen, sonst sei Füttern nur von außerhalb, also am Zaun, möglich. Und wenn eine Gruppe zu den Hirschen ins Gelände darf, dann nur in Begleitung. „Dadurch läuft hier alles sehr friedlich ab“, so Scheer.

Futterautomaten sichern artgerechte Fütterung

Regelmäßig sind im Wildgehege Grutholz Schulklassen und Kita-Gruppen zu Besuch. Mit ihnen geht Marianne Scheer dann ganz nah an die Tiere ran. „Wenn ansonsten Besucher da sind, geben wir ihnen auch oft die Möglichkeit dazu, wenn wir im Gelände zu tun haben“, so Scheer. Und zu tun gibt es einiges im Wildgehege, wie zum Beispiel das Auffüllen der Futterautomaten.

Die Automaten mit Tierfutter gibt es seit 2010 neben dem großen Tor zum Gehege. Dadurch sei weitgehend sichergestellt, dass die Tiere artgerecht gefüttert werden und der Förderverein zusätzliche Einnahmen hat. „Es kommt nur noch sehr selten vor, dass Besucher die Tiere mit teils schimmeligem Brot füttern“, sagt Marianne Scheer.

Nicht alle Tiere haben Lust auf ein Selfie

Natürlich wollen Kinder meist ein Foto, ein Selfie, mit einem der Tiere, wenn sie im oder am Wildgehege sind. Aber auch das sei kein Problem, denn die Tiere seien alle handzahm. „Da dürfen sie die Tiere für das Foto auch in den Arm nehmen und streicheln“, so Scheer.

Und wenn ein Tier keine Lust auf ein Foto habe, merken die Kinder das schon. „Es sind ja immer noch Wild- und Fluchttiere“, sagt Scheer. „Nicht alle lassen ein Selfie mit sich machen. Aber dann sind die Tiere auch ganz schnell weg.“

Viele wissen nicht, wie sie reagieren sollen

Und warum gibt es dann solche Probleme im Dortmunder Streichelzoo? Marianne Scheer unterstellt den rabiaten Besuchern nicht immer Absicht. „Viele wissen einfach nicht, wie sie sich den Tieren gegenüber verhalten oder auf sie reagieren sollen.“

Im Streichelzoo seien sie alleine mit den Tieren, im Wildgehege gebe es Anleitung. Das wolle der Verein auch so beibehalten.

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