Corona ist, wenn die Einmal-Maske langsam Altertumswert gewinnt

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Die Maske ist Symbol der Corona-Zeit. Seit es Lockerungen gibt, wird sie als Schutz noch wichtiger. Unser Autor fragt sich aber, ob alle Menschen das mit der Maske so ganz verstanden haben.

Castrop-Rauxel

, 15.05.2020, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesen Corona-Zeiten tauchen angesichts der unglaublichen Regelflut, die da gerade regelmäßig aufs Neue aus Düsseldorf und Berlin über uns schwappt, immer wieder neue und wichtige Fragestellungen auf. Schließlich versuchen all die Menschen, die guten Willens sind und nicht Bill Gates für alle Übel dieser Welt verantwortlich machen, dem Virus nach bestem Wissen und Gewissen die Stirn zu bieten.

Doch weniger die Stirn ist in diesen Tagen unsere gefährdete Stelle, sondern Nase und Mund. Und so kommt in diesen Tagen, da die Lockerungen eingesetzt haben und immer mehr Menschen wieder auf den Straßen, in Sportstudios und Restaurants unterwegs sind, speziell der Frage der Maskierung eine hohe Bedeutung zu. Und die löst zumindest bei mir in der Beobachtung meiner Umwelt viele Fragen aus.

Was ist an Einmalmaske eigentlich zweideutig?

Wie schwierig ist es eigentlich für einen halbwegs ausgewachsenen Mitteleuropäer, die Trageanordnungen für Masken zu verstehen? Und woher beziehen Menschen ihre schier unvorstellbar weit reichenden Deutungsversuche? Denn die Menschen stellen sich der Maske in sehr unterschiedlicher Art.

Der eine setzt die Maske 15 Zentimeter vor der Ladentür auf, reißt sie sich noch vor Überqueren der Türschwelle beim Verlassen wieder herunter. Der andere trägt Maske auch auf dem Fahrrad oder im Park. Wahrscheinlich auch allein auf dem Klo. Oder, oft schon gesehen, alleine im Auto. Auch wenn das verboten ist. Also im Auto, nicht auf dem Lokus.

Was ich mich bei vielen Maskierten ebenfalls frage: Warum begreifen Menschen in Coronazeiten die Bedeutung einfachsten Worte nicht? Genauer gefragt: Was ist an dem Begriff „Einmalmaske“ zweideutig?

Steckt in dem relativ überschaubaren Viersilber tatsächlich die sich mir nicht erschließende Information: „Die kannst du so oft tragen, bis sie auseinander fällt“? Anders ist es sonst nicht zu erklären, dass so manche arme Einmalmaske, der man im Stadtbild begegnet, aussieht, als wäre sie bereits vom Oppa in Verdun getragen worden.

Aber man muss schließlich sparsam mit den Dingern umgehen, die in mancher Apotheke einzeln in Tütchen abgepackt für 1,95 Euro über den Ladentisch gehen.

Dürfen Taucher mit Maske tauchen, was das Zeug hält?

In Sachen Masken auch interessant: Was ist eigentlich mit Sporttauchern? Die tragen ja in Ausübung ihres Hobbys generell Masken und Sauerstoffgeräte sowie Gummianzüge. Außerdem ist Tauchen ein relativ kontaktloser Sport. Waren Taucher also generell und immer von allen Corona-Regeln ausgenommen und durften tauchen, was das Zeug hält?

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Zwischenfrage: Leitet Wasser das Coronavirus weiter? Ist das schon erforscht?

Auch nicht unspannend ist die Frage der Masken-Aufbewahrung. Da werden Masken aus Handtaschen gezogen, die bei der Damenwelt eh gern und viel als Übergangs-Mülleimer Verwendung finden. Da werden Masken aus nicht gerade frisch gewaschen wirkenden Hosentaschen genestelt, beim Nichtgebrauch in die Haare oder unters Kinn geschoben: Angesichts dieser Hygiene-Maßnahmen lacht sich das Coronavirus wahrscheinlich gerade einen Ast ab.

Wer glaubt an das Märchen vom Waschen?

Ich möchte, um hier mit einer letzten Frage zu schließen, auch nicht wissen, wie oft die beliebten Alltagsmasken, zu Hause in Panik schnell aus einem ollen Vorhang zusammen genäht, so in ihrem Leben tatsächlich eine Waschmaschine sehen (werden). Bei 60 Grad sollen sie nach jeder Benutzung gewaschen oder alternativ im Kochtopf kurz aufgekocht werden.

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Mein Eindruck: Wer glaubt, dass das tatsächlich regelmäßig passiert, der glaubt auch den Corona-Tipps von Professor Trump und injiziert sich regelmäßig eine Ladung Desinfektionsmittel.

Bleiben Sie gesund hinter der Maske.

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