Katholische Kirche: Im Bistum Münster werden jetzt auch alle Gottesdienste abgesagt

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Auch an Kirchen geht das Coronavirus nicht spurlos vorbei. Die Gottesdienste werden im Bistum Paderborn noch nicht abgesagt. Im Bistum Münster sieht das jetzt aber anders aus.

Castrop

, 14.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neue Entwicklung am Samstag um 18.30 Uhr:

Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat das Bistum Münster entschieden, auch Gottesdienste abzusagen. Soweit dies möglich ist, gilt dies ab sofort, also noch für dieses Wochenende. Alle Pfarrer und Verantwortlichen von kirchlichen Einrichtungen im Bistum Münster sind darüber heute unterrichtet worden. In Castrop-Rauxel gehört nur die Gemeinde St. Lambertus in Henrichenburg zum Bistum Münster.

Ursprüngliche Nachricht:

Auch in Kirchen gelten wegen des Coronavirus strengere Vorsichtsmaßnahmen. Auf Mund- sowie Kelchkommunion wird erstmal verzichtet. Auch das Händeschütteln beim Friedensgruß fällt weg.

Vornehme Gelassenheit bei den Kirchenbesuchern

Die katholischen Kirchen im Norden der Stadt haben am Freitagmorgen alle in der nächsten Zeit anstehenden Veranstaltungen abgesagt – bis auf die Gottesdienste. Das teilte die Gemeinde Corpus Christi mit.

Die Heiligen Messen werden weiter stattfinden. Allerdings wird darauf hingewiesen, dabei besonders vorsichtig zu sein. Pfarrer Zbigniew Szarata von der katholischen Pfarrei Corpus Christi erklärt, dass die Gottesdienste auch noch immer gut besucht seien. „Die Leute nehmen es noch mit vornehmer Gelassenheit“, so Szarata.

Über große Veranstaltungen wie die jährliche Taufveranstaltung wird aber noch beraten.

Hoffnung auf den Verstand der Menschen

Winfried Grohsmann, Chef des Pastoralverbundes Castrop-Rauxel-Süd, sagt, man müsse jetzt auch ein bisschen auf den Verstand der Menschen hoffen. Er erlebe zwar Vorsicht, aber keine Angst. Die Kirchengemeinden nehme er als sehr verantwortungsbewusst wahr.

„Die Menschen, die den Anflug einer Krankheit haben, gehen meistens gar nicht raus, zumindest nehme ich das so wahr“, so der Pfarrer. Auch die Gottesdienste seien völlig normal besucht. „Zu dieser Jahreszeit ist es immer ein bisschen leerer, aber das liegt auch daran, dass es die Zeit der normalen Grippe und Erkältungen ist.“, sagt Grohsmann gegenüber der Redaktion.

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Er selbst hat entschieden, vorerst weiter zu arbeiten wie bisher. Die Sozialberufe in Krankenhäusern oder Seniorenheimen müssten auch arbeiten und so lange er gesund sei, will er das auch. „Was wäre denn sonst die Konsequenz? Dass ich nicht mehr zu Sterbenden gehe? Das kommt für mich nicht in Frage.“

Wenn Mitarbeiter aber Sorge haben, zur Arbeit zu kommen, weil sie dort in Kontakt mit Menschen stehen, habe er dafür aber vollstes Verständnis.

Einheitliche Lösungen werden für die Gemeinden gesucht

Auch Pfarrer Arno Wittekind der Evangelischen Paulus-Kirchengemeinde erklärte gegenüber der Redaktion, dass noch keine Absagen geplant seien.

Zwar seien die Gottesdienste ein bisschen weniger besucht, aber im Großen und Ganzen würden, Familien und auch ältere Leute noch die Kirchen besuchen und die Situation mit Zurückhaltung akzeptieren.

Der Evangelische Kirchenkreis hat seinen Kirchengemeinden am Freitag aber empfohlen, alle nicht notwendigen Veranstaltungen abzusagen.

Vorbehaltlich anderslautender Weisungen oder ausdrücklicher Empfehlungen staatlicher Behörden können und sollen in den Kirchengemeinden aber weiterhin Gottesdienste gefeiert werden, allerdings ohne Abendmahl und ohne anschließendes Kirchkaffee.

Schutzmaßnahmen sollen eingehalten werden

Bei der Feier von Gottesdiensten soll auf die von den Behörden empfohlenen Schutzmaßnahmen hingewiesen werden: Verzicht auf Begrüßung durch Handschlag, Abstand zu anderen.

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Personen mit Symptomen von Erkältung oder grippalen Infekten oder mit Kontakt zu Trägern des Coronavirus sollen durch öffentliche Mitteilung im Vorfeld gebeten werden, auf eine Teilnahme zu verzichten.

Konfirmationen sollen möglichst verschoben werden

Gottesdienste, zu denen üblicherweise viele Gäste eingeladen, etwa Konfirmationen, Verabschiedungen oder Einführungen sollen in der gegenwärtigen Lage mit Blick auf das Infektionsrisiko nicht in der gewohnten Form gefeiert werden.

Superintendent Reiner Rimkus legt den Kirchengemeinden nahe, diese Gottesdienste auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben oder aber sie im kleinsten möglichen Rahmen zu feiern

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