Zweite Groß-Beerdigung in Merklinde stand unter scharfer Bewachung

hzCorona-Krise

Die erste Groß-Beerdigung auf dem Friedhof Merklinde in der Corona-Krise lief frei durch. Dienstag waren Ordnungsamt und Polizei besser vorbereitet: Trauergäste bekamen klare Ansagen.

Merklinde

, 06.05.2020, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einer ersten Großbeerdigung in der Corona-Krise aus dem Sinti-Milieu am 23. April auf dem Friedhof in Merklinde waren Ordnungsamt und Polizei nicht ausreichend auf eine große Zahl an Trauergästen vorbereitet. Rund 500 Menschen wollten damals Abschied nehmen von einem Sippen-Fürsten.

Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, so der Erste Beigeordnete Michael Eckhardt im Nachgang, habe man darauf verzichtet, auf nötige Abstandsregelungen in Corona-Zeiten zu beharren. Dafür hatten das Ordnungsamt und sein Chef viel Kritik einstecken müssen.

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Am Dienstag (5.5.) stand die nächste Beerdigung in derselben Familie auf dem Programm. Die Ordnungsbehörden stellten sich völlig neu darauf ein. Wie Michael Eckhardt am Rande der Trauerfeier am Friedhof gegenüber unserer Redaktion sagte, habe man den Einsatz diesmal mit der Kreispolizeibehörde intensiv und besser abgestimmt als beim letzten Mal.

Polizeipräsidentin war diesmal involviert

Auf Seiten der Polizei habe sich Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen in die Abstimmungsgespräche eingeschaltet. Man habe in Absprache wieder eine deeskalierende Strategie fahren wollen, ohne einen martialischen Auftritt. Das Gelände war schon am Montag mit Zäunen gesichert worden.

Das Ordnungsamt war bereits ab 8 Uhr am Dienstag vor Ort, um die Lage bei der für 13 Uhr terminierten Trauerfeier kontrollieren zu können. „Die Polizeikollegen haben sich im Hintergrund aufgehalten“, so Eckhardt, „das war ausdrücklicher Wunsch der Polizei.“

Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei.

Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei. © Ruhr Nachrichten

So war auf dem eigentlichen Friedhofsgelände speziell das Ordnungsamt mit 20 Männern und Frauen im Einsatz: Die Polizei-Mannschaftswagen waren außerhalb in Bereitschaft, parkten zum Teil auch unsichtbar für die Trauergäste an der Merklinder Straße. Zur Einschätzung der Situation war nur eine Führungsgruppe der Polizei in strategisch günstiger Position auf dem Friedhofsgelände positioniert.

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Eingreifen musste die Polizei aber nicht. Das lag einerseits daran, dass deutlich weniger Trauergäste angereist waren. Die Gäste, die ab dem späten Vormittag in Merklinde eintrudelten, kamen dabei bei weitem nicht nur aus Castrop-Rauxel, Dortmund oder der unmittelbaren Nachbar-Region. Es waren auch Kfz-Kennzeichen aus Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg darunter.

Zur Entspannung der Situation habe beigetragen, dass die Ordnungsamts-Mitarbeiter den Besuchern vor Ort sofort und relativ unmissverständlich die Besuchsregelung klar gemacht hätten, so Eckhardt. Dabei habe es nur einmal „recht unfreundliche Worte“ gegeben, so seine Bilanz.

Nur 20 Menschen durften auf den Friedhof

„Unsere Leute haben immer dafür gesorgt, dass nur 20 Leute gleichzeitig auf dem Friedhof waren“, so der Beigeordnete. Die 20 Menschen konnten in die Trauerhalle, konnten Abschied nehmen und wurden dann wieder vom Friedhof geschickt, um die nächsten 20 Personen rauf zu lassen. An der eigentlichen Beisetzung nahm dann nur die Kernfamilie statt.

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Trauerfeier auf dem Friedhof Merklinde

05.05.2020
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Auf dem Friedhof in Merklinde fand am 5. Mai eine Trauerfeier für einen Dortmunder Sinto statt. Nur 20 Personen durften an der Trauerfeier teilnehmen. Der Rest der Trauergemeinde hielt sich auf dem Parkplatz des Friedhofes auf. Ordnungsamt und Polizei bewachten den Eingang.© Ruhr Nachrichten
Ein Teil der Trauergemeinde hielt sich vor den Zäunen auf, während maximal 20 Personen an der Trauerfeier teilnehmen durften.© Ruhr Nachrichten
Die Polizei rückte mit mehreren Einsatzkräften und Wagen zur Trauerfeier in Merklinde an.© Ruhr Nachrichten
Auf dem Friedhof in Merklinde fand am 5. Mai eine Trauerfeier für einen Dortmunder Sinto statt. Nur 20 Personen durften an der Trauerfeier teilnehmen. Der Rest der Trauergemeinde hielt sich auf dem Parkplatz des Friedhofes auf. Ordnungsamt und Polizei bewachten den Eingang.© Ruhr Nachrichten
Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei.© Ruhr Nachrichten
Sämtliche Eingänge zum Friedhof Merklinde wurden abgeriegelt. Einlass gab es nur durch den Haupteingang. Die Polizei bewacht hier einen Nebeneingang.© Ruhr Nachrichten
Auf dem Friedhof in Merklinde fand am 5. Mai eine Trauerfeier für einen Dortmunder Sinto statt. Nur 20 Personen durften an der Trauerfeier teilnehmen. Der Rest der Trauergemeinde hielt sich auf dem Parkplatz des Friedhofes auf. Ordnungsamt und Polizei bewachten den Eingang.© Ruhr Nachrichten
Die Polizei rückte mit mehreren Einsatzkräften und Wagen zur Trauerfeier in Merklinde an.© Ruhr Nachrichten
Zur Trauerfeier auf dem Friedhof in Merklinde wurden nur maximal 20 Personen zugelassen.© Ruhr Nachrichten
Auf dem Friedhof in Merklinde fand am 5. Mai eine Trauerfeier für einen Dortmunder Sinto statt. Nur 20 Personen durften an der Trauerfeier teilnehmen. Der Rest der Trauergemeinde hielt sich auf dem Parkplatz des Friedhofes auf.© Ruhr Nachrichten
Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei.© Ruhr Nachrichten
Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei.© Ruhr Nachrichten
Ein Teil der Trauergemeinde hielt sich vor den Zäunen auf, während maximal 20 Personen an der Trauerfeier teilnehmen durften.© Ruhr Nachrichten
Zur Trauerfeier auf dem Friedhof in Merklinde wurden nur maximal 20 Personen zugelassen.© Ruhr Nachrichten
Die Polizei rückte mit mehreren Einsatzkräften und Wagen zur Trauerfeier in Merklinde an.© Ruhr Nachrichten
Der Blick vom Parkplatz des Friedhofes in Richtung Trauerhalle. Ein Teil der Trauergemeinde hielt sich vor den Zäunen auf, während maximal 20 Personen an der Trauerfeier teilnehmen durften.© Ruhr Nachrichten
Ein Teil der Trauergemeinde hielt sich vor den Zäunen auf, während maximal 20 Personen an der Trauerfeier teilnehmen durften.© Ruhr Nachrichten
Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei.© Ruhr Nachrichten
Ein Teil der Trauergemeinde hielt sich vor den Zäunen auf, während maximal 20 Personen an der Trauerfeier teilnehmen durften.© Ruhr Nachrichten
Wer den Parkplatz des Friedhofs betreten wollte, musste zuerst an einer Kontrolle des Ordnungsamtes vorbei.© Ruhr Nachrichten
Auch der Erste Beigeordnete der Stadt Castrop-Rauxel, Michael Eckhardt (r.), war bei der Trauerfeier in Merklinde vor Ort.© Ruhr Nachrichten

Gegen 13.45 Uhr war die Beisetzung beendet. Der Friedhof leerte sich relativ zügig und ebenfalls sehr unaufgeregt. Schon kurze Zeit danach begann das Friedhofsteam damit, die Grabstelle zu verfüllen, um anschließend die zahlreichen Kränze und Gestecke, die vor der Trauerhalle lagen, auf dem Grab drapieren zu können.

„Das hat diesmal gut geklappt“, so Michael Eckhardt abschließend. Diese Einschätzung bestätigte auch Andreas Wilming-Weber, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Seinen Erkenntnissen zufolge habe es vor Ort nichts gegeben, was man hätte zu Papier bringen müssen.

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Michael Eckhardt befürchtet aber Probleme für die Zukunft: Bei allen Lockerungen, die jetzt kämen, werde man nicht stets jeden, der 1,50 Meter Abstand unterschreitet, überall auseinander ziehen können. „So viele wachsame Augen hat man gar nicht“, so Eckhardt.

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