Luxus-Pflegeheim am EvK: Herner Investor geht von Zuschlag aus und will ab März bauen

hzGesundheitscampus

Eigentlich sollten die Arbeiten für das Pflegeheim am EvK in Castrop-Rauxel schon laufen. Nun hat der Investor den Baustart auf Ende März verschoben. Doch das Projekt könnte immer noch kippen.

Castrop-Rauxel

, 22.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

40 Millionen Euro teuer soll die Investition werden, die die Firma Confirmus aus Herne auf der Fläche zwischen Evangelischem Krankenhaus und B235 plant: ein Gesundheitscampus mit luxuriösem Pflegeheim (80 Plätze) plus Kurzzeitpflegestation, ein Büro für den Hausnotrufdienst für die Johanniter Unfallhilfe, eine Zentralküche, die etwa 5000 Essen zubereiten soll.

Dazu soll auf der etwa zwei Hektar großen Fläche noch eine Kita entstehen, die in sechs Gruppen etwa 110 Kindern Platz bieten soll.

Anfang des Jahres hatte Bernd Kaffanke, Geschäftsführer von Confirmus, verkündet, zwischen September und Oktober sollten die Bagger schon rollen. Doch noch ist keine Bautätigkeit zu sehen. Kaffanke hat aber schon ein neues Datum im Blick: Am 30. März 2020 soll Baubeginn sein. „Hat ja auch lange genug gedauert“, findet Kaffanke.

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Plan sieht Bedarf an Pflegeplätzen gedeckt

Ein dickes Fragezeichen macht allerdings der Kreis Recklinghausen hinter die Pläne des Investors. Zum einen gibt es da den Pflegebedarfsplan. Der sieht den Bedarf an Pflegeplätzen für die Stadt mehr als gedeckt bis ins Jahr 2021. Für die prognostizierten 754 Pflegebedürftigen in Pflegeheimen 2021 stehen dann 827 Plätze zur Verfügung. 73 zu viel.

Eine Ausnahme von diesem verbindlichen Plan werde es nicht geben, sagt Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen. Allerdings werde sich der Kreistag noch in diesem Jahr damit beschäftigen, dass es doch mehr Pflegeplätze geben soll.

Luxus-Pflegeheim am EvK: Herner Investor geht von Zuschlag aus und will ab März bauen

Kita, Großküche, Pflegeheim: Die Pläne für den Gesundheitscampus am Krankenhaus liegen schon vor. © Laurits Stahm

Noch im Dezember soll es eine Ausschreibung für ein neues Pflegeheim in Castrop-Rauxel geben. Auch für Oer-Erkenschwick und Recklinghausen soll es eine solche Ausschreibung geben, so Manz.

Kreis legt Kriterien für Investoren fest

Fertige Pläne für den Bau eines neuen Heims seien da zwar sicherlich ein Vorteil, doch wer den Zuschlag bei der Ausschreibung bekommt, sei keineswegs vorauszusagen, sagt Manz. Der Kreistag werde Kriterien festlegen und die müsse ein Investor erfüllen.

Sorgenfalten treibt die Sache mit der offenen Ausschreibung nicht auf Bernd Kaffankes Stirn. „Ich mache mir da keine großen Sorgen“, sagt der Geschäftsführer der Protea Care und der Confirmus GmbH. Er könne sich „kaum vorstellen“, dass die Ausschreibung nicht an ihn gehe.

Schließlich würden in Castrop-Rauxel etwa 220 Arbeitsplätze entstehen und auch die geplante Großküche sei ein Bonuspunkt, der für seine Pläne spreche.

Luxus-Pflegeheim am EvK: Herner Investor geht von Zuschlag aus und will ab März bauen

Geschäftsführer Bernd Kaffanke und Beirat Norbert Dietz von der Confirmus GmbH planen ein 40-Millionen-Euro-Invest auf der Vorfläche des Evangelischen Krankenhauses neben dem Café del Sol und der L'Osteria. © Confirmus GmbH

Seine Pläne für den Gesundheitscampus, die Kaffanke Anfang des Jahres bereits der Castrop-Rauxeler Politik vorgestellt hatte, hat der Confirmus-Geschäftsführer noch einmal modifiziert. Die Zentralküche und die Kita würden nun etwas größer, sagt Kaffanke.

Schon in diesem Monat will Kaffanke seine Bauanträge bei der Stadt einreichen. Alle nötigen Gutachten habe er zusammen. Auch wenn die Bauanträge noch nicht final genehmigt werden könnten, könnten sie doch schon mal bearbeitet werden, sagt der Investor. So will er erreichen, dass am Ende März die Bagger wirklich losrollen können.

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