Grüne werfen Verwaltung große Versäumnisse beim Klimaschutz vor - EUV-Vorstand erzürnt

hzCO2-Reduktionsplan auf Kurs?

Ob der Hitzewelle sprechen viele zurzeit wieder über Klimaschutz. Der Umweltausschuss verstrickte sich vergangene Woche in eine hitzige Diskussion darüber, was geht - und was nicht.

Castrop-Rauxel

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Da platzte Thorsten Werth-von Kampen der Kragen: Als es zum x-ten Mal in der Sitzung des Umweltausschusses um das Thema Klima ging, wurde der Vize des EUV deutlich lauter als sonst. „Wir in Castrop-Rauxel erreichen die von der Bundesregierung 1990 aufgestellten Klimaziele für 2020“, stellte der Verwaltungsmann klar.

Für die Grünen hatte Udo Weber einen Antrag erläutert. Dabei drehte es sich um einen Auftrag an die Verwaltung, einen CO2-Reduktionsplan für die Zeitachse 2025, 2030 und 2050 vorzulegen. Verantwortlich dafür solle der EUV sein, der einen Einsparplan bereits in diesem Jahr vorlegen sollte. Der Stadtrat sollte einen entsprechenden Beschluss fassen.

„Noch keine erkennbaren Ansätze“

Nach Einschätzung der Grünen sei ein solcher Reduktionsplan im Umweltausschuss nicht thematisiert worden. „Noch gibt es keine erkennbaren Ansätze, diesen Plan in einer (...) transparenten Art und Weise zu entwickeln“, heißt es im Antrag.

Dazu muss man wissen: Im November hat der Stadtrat mehrheitlich entschieden, diesen Reduktionsplan auf den Weg zu bringen. Und die Grünen sind sauer, weil es seitdem keine Ansätze gegeben haben soll, das so auch auf den Weg zu bringen. Beschlossen worden war seinerzeit nämlich auch, dass die Verwaltung dafür schon für die erste Sitzung des Umweltausschusses in diesem Jahr etwas auf den Tisch legen sollte. „Da ist aber rein gar nichts passiert“, sagt Grünen-Ratsherr Uli Werkle. Ob tatsächlich Epochales auf den Weg gebracht ist, sei fraglich.

„Die Grünen segeln auf Wolke 2778“

Udo Weber zog ob des heftigen Unmuts den Antrag zurück. Was die Grünen nicht hindert, sagt Werkle, in dieser Sache am Ball zu bleiben. Die Emotionen kochten deshalb hoch: Die SPD sieht ihre Verdienste um den Umwelt- und Klimaschutz nicht anerkannt. Fraktionschef Daniel Molloisch sagt: „Die Grünen scheinen wegen des Bundestrends auf Wolke 2778 zu segeln - aber kommt mal wieder da mal wieder runter und guckt, was wir in Castrop-Rauxel alles schon auf den Weg gebracht haben!“

Die CDU sieht im Antrag der Grünen eine Diskreditierung der Verwaltung. „Wir haben hier schon einiges erreicht“, sagt der stellvertretende Ausschusschef Josef Berkel. Dass Umwelt- und Klimaschutz eine Querschnitts-Aufgabe in allen Bereichen bedeuten müsste, zumindest darüber scheint Konsens zu herrschen.

Die kleinen Dinge vor Ort

Dann geht es noch um die kleinen Dinge, vor Ort den Hebel anzusetzen: Etwa, das Spülmobil der Sparkasse für Veranstaltungen zu reaktivieren, um Einweggeschirr zu vermeiden. Christoph Grabowski (FDP): „Lasst uns mit Casconcept reden, was möglich ist, um im Einzelhandel auf Pfandbasis was zu machen.“ Bei Ckü habe es kein Einweg gegeben.

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