"Gut" für Kopfnoten

CASTROP-RAUXEL Die vier junge Damen strahlen um die Wette. Halbjahreszeugnisse doch ganz passabel, Kopfnoten gut bis sehr gut - und vor allem winkt ein freier Schultag. Da bleibt genug Zeit, um die Kopfnoten augiebig zu diskutieren.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 18.01.2008, 08:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Gut" für Kopfnoten

Alona, Paulina, Jasmin und Ricarda (v.l.) bekamen gestern am ASG ihre Halbjahreszeugnisse und freuen sich, dass sie heute unterrichtsfrei haben.

Denn für die 1000 Schülerinnen und Schüler des Adalbert-Stifter-Gymnasiums gab es gestern schon Halbjahreszeugnisse. Und heute ist deshalb an der Leonhardstraße unterrichtsfrei, weil der heutige Schultag sozusagen schon vorgezogen worden ist auf den Tag der offenen Tür an einem Samstag im vergangenen Jahr. Während an den anderen Schulen die Zeugnisse mit den nicht unumstrittenen Kopfnoten heute ausgegeben werden, diskutierten Ricarda, Jasmin und Paulina aus der 8 b und Alona aus der 9 d über Pro und Contra. "Kopfnoten finden wir gut" Prinzipiell sind sich die Mädels einig: "Kopfnoten finden wir gut". Paulina weiß: "Da kannst Du gute Noten schaffen ohne schulische Leistungen zu zeigen." Jasmin findet es einfach nur gerecht, dass die Störenfriede im Unterricht dafür eine kleine Quittung auf dem Zeugnis bekommen. In der 8 b fiel die "Quittung" allerdings milde aus. In der ganzen Klasse, wissen die 13- bis 14-Jährigen, gab's ausschließlich Einser, Zweier und Dreier, mit einem "Unbefriedigend" in den sechs Feldern aus Arbeits- und Sozialverhalten musste niemand nach Hause gehen. Alona hat drei Mal eine Eins eingeheimst und freut sich riesig. "Ich bin verantwortlich für die Klassenkasse", erzählt sie, "woher der Rest der Einsen stammt, weiß ich nicht." Beim "Konfliktverhalten" hakt Paulina ein. "Woher wollen denn die Lehrer wissen, wie wir uns in Konflikten verhalten, meistens bekommen sie die doch gar nicht mit."

Mädchen besser

Dass die Mädchen bei den Kopfnoten besser abschneiden, wissen sie auch zu berichten. Beim "Sozialverhalten" haben sie ihre eigene Definition: Abschreiben lassen, gilt als sozial, nur wer es ausnutzt, hat verspielt. Das sehen die Lehrer ganz anders. Wer abschreiben lässt, wird auch bestraft.

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