Castrop-Rauxeler Kneipiers-Sohn tritt und verprügelt Gast

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Heftige Schlägerei vor einer Habinghorster Kneipe im Herbst 2019: Auch der Sohn des Wirtes ist beteiligt, verprügelt einen Gast und tritt auf ihn ein. Das hat Folgen.

Castrop-Rauxel

, 13.08.2020, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Habinghorster Kneipe gegen Mitternacht im vergangenen Oktober: Zunächst ist es hier ein Abend wie viele andere, doch dann kippt die Stimmung. Zoff am Tresen zwischen den Gästen, Zoff mit den Wirtsleuten, die einen der Streithähne rausschmeißen und schließlich Zoff vor der Tür. Bis die Polizei auf der Bildfläche erscheint.

Sie finden einen 47-jährigen derzeit arbeitslosen Dachdecker blutend vor. „Prellungen, Hämatome und eine lädierte Nase“ notiert später die Ambulanz eines Krankenhauses.

Auseinandersetzung

„So schmeißt man doch keinen aus dem Lokal“, schimpft der Geschädigte jetzt, zehn Monate später, im Gerichtssaal des Amtsgerichts Castrop-Rauxel. Er hatte sich mit einem Kumpel getroffen, zunächst in einer benachbarten Kneipe ein paar Bier gekippt und war dann, zu später Stunde, in das besagte Lokal gewechselt.

„Die beiden hatten eine Auseinandersetzung“, so der 34-jährige Sohn des Wirtes und Mitarbeiter im Lokal. „Als ich einschreiten wollte, sagte er zu mir: ,Du willst eine Flasche über den Kopf, komm raus, tu es‘“, beschreibt er die aufgeheizte Situation.

Vor die Tür wurde der Mann dann tatsächlich befördert. Der 34-jährige Angeklagte gab auch zu, dem Kneipenverweis mit einem Faustschlag ins Gesicht Nachdruck verliehen zu haben. Daraufhin lief der Geprügelte zu seiner nahegelegenen Wohnung und holte einen Zimmermannshammer. Der zum Glück nicht zum Einsatz kam. Andere Gäste hatten ihn bei seiner Rückkehr umgehend „entwaffnet“.

Späte Reue

Was nicht geräuschlos vonstatten ging. Auch der Angeklagte guckte nach. Da habe der 47-Jährige bereits am Boden gelegen. Was ihn wohl nicht hinderte, gemeinsam mit anderen, die unbekannt blieben, auf den Wehrlosen einzutreten.

Ein Geständnis, denn zuvor hatte der Angeklagte behauptet, der Gast sei die Treppe hinuntergefallen.

Jetzt aber zeigte er sich reumütig, bat um Entschuldigung und führte zudem an, nicht mehr abends und nachts in der Kneipe arbeiten zu wollen. Will künftig solide leben, schon der kleinen, fast einjährigen Tochter zuliebe.

Schmerzensgeld

Er sei an diesem Abend ebenfalls leicht alkoholisiert gewesen. Weil Kunden ihn gern mal auf ein Glas einladen. Ein weiterer Grund, nun die Arbeitszeiten zu ändern, was er mithilfe eines zweiten Jobs derzeit anschiebt.

Doch zunächst muss der junge Vater zahlen. Der Richter verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer einjährigen Bewährungsstrafe, die Mindeststrafe bei Schlägen ins Gesicht. Außerdem muss er dem Geschädigten 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen. „Als Mitbetreiber einer Kneipe sollten sie Vorbild sein und die Polizei rufen, anstelle mitzuprügeln“, so der Richter.

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