Hammerkopfturm von Schwerin gibt es bald als Modell-Bausatz im H0-Format

hzErin Schacht III

Den Hammerkopfturm, eines der markantesten Bauwerke Castrop-Rauxels, gibt es in diesem Jahr neu für H0-Modellbauer. Einer seiner größten Fans hatte dabei seine Finger im Spiel.

Schwerin

, 06.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hammerkopftürme sind architektonische Meisterwerke, die es heute nur noch an wenigen Stellen in Deutschland gibt. Einer der schönsten steht auf Schwerin: der Schacht III der einstigen Zeche Erin, ganz in der Nachbarschaft der einstigen Zeche Graf Schwerin. Es ist wohl das Wahrzeichen des Stadtteils, auch eines der bedeutendsten Wahrzeichen der ganzen Stadt. Nun wird er als Modell in einer Größe von 27 Zentimetern, also im bekannten H0-Format, erscheinen - in einer der wichtigsten Modellbau-Firmen Deutschlands.

Lasercut-Verfahren der Firma Joswood aus Wuppertal

Die Joswood GmbH, gerade erst zurück von der Nürnberger Spielwarenmesse, hat in ihrem Neuheiten-Katalog den Hammerkopfturm aufgenommen. Die Firma mit Sitz in Wuppertal stellt ihre Bausätze im Lasercut-Verfahren her und führt in ihren Katalogen reichlich Industrie-Monumente: Die Zechenanlagen von Minister Achenbach aus Lünen zum Beispiel, die Verwaltung von Zeche Zollern, die fast komplette Zeche und Kokerei Hansa aus Dortmund - alles schon im Sortiment erhältlich. Aber Bauwerke aus Castrop-Rauxel fehlten bisher.

Das wird sich ändern, weil der Geschäftsführer der Firma, Jörg Schmidt, Mandant in der Anwaltskanzlei von Jürgen Wischnewski ist. Und der Schweriner ist nicht nur im Verein „Kultur und Heimat“ aktiv, sondern auch im Förderturm-Verein, der sich für den Erhalt der beiden Förderturm in Castrop-Rauxel stark machte. Und er ist wohl einer der größten Fans des Hammerkopfturms.

Wischnewski drängte den Chef auf die Aufnahme

Darum hat Wischnewski schon einen Hammerkopfturm in einer seiner Vitrinen in seinem Büro stehen. Er ist Hobby-Modellbauer und sagt, er habe Joswood-Chef Schmidt gedrängt, den Hammerkopfturm aufzunehmen. „Seit Jahren“, so Winschnewski. „Und jetzt hat er es wirklich getan.“ Ende des Jahres soll er auf den Markt kommen. Im Katalog für 2019 steht er drin.

Das Lasercut-Verfahren, mit dem die Architektur-Pappen bearbeitet werden, ermöglicht nicht nur eine feine Reliefierung der Bauteile, bei der jeder Ziegel und jede Stahlniete spürbar ist, sondern auch eine Herstellung in geringer oder riesengroßer Stückzahl - ganz wie der Markt es verlangt.

Der Förderturm wird 27 Zentimeter hoch sein, 11 und 9,5 Zentimeter breit. Modellbauer erhalten den Bausatz in diesem speziellen Karton, brauchen Cutter und Kleber und können ihn dann zusammensetzen.

Modellbau-Pläne sind schon zehn Jahre alt

Wischnewski sagt: „Vor zehn Jahren habe ich zusammen mit Christian Schneider vom Förderturmverein schon geplant, einen Turm Schacht III als Modell zu bauen, so an zwei Nachmittagen. Aber daraus wurde dann nichts.“ Nun kann er den Bausatz bald bei seinem Mandanten kaufen.

Er hat aber auch noch weitere Pläne“: Der Turm steht dann allein, aber mit Waschkaue und allem drum und ran hab ich nach wie vor die Idee, ein Diorama zu bauen und das in einer Vitrine auszustellen“, so der Bastler und Jurist und Stadtgeschichtler. Zurzeit baue er an einem Modell der Kohlenwäsche von Graf Schwerin, dem repräsentativsten Bau der Zeche auf dem Gelände, wo heute Edeka und Lidl stehen.

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