Hamsterer fegen Regale mit Mehl, Tomatensoße und Toilettenpapier in den Discountern leer

hzCoronavirus

Die Hamsterkäufe in Castrop-Rauxel und Umgebung gingen am Samstag weiter. Dabei besteht in Deutschland laut Bundesernährungsministerin Julia Klöckner keine Gefahr eines Lebensmittel-Engpasses.

Castrop-Rauxel

, 14.03.2020, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob im Real an der Siemensstraße, im Henrichenburger Aldi oder im Lidl, bei Kaufland oder sonstwo, fast überall bietet sich am Samstag ein ähnliches Bild: Die Regale mit haltbaren Lebensmitteln, mit Nudeln und mit Toilettenpapier (!) sind leer gefegt.

Auch im Aldi in Bodelschwingh, den eine RN-Reporterin besuchte, der von vielen Menschen aus Dingen oder von Schwerin aus angesteuert wird, standen Kunden am Samstag verwundert vor leeren Regalen. Kein Klopapier, keine Kiwis, kein Hack, kein Toast. Stattdessen Warenkörbe voll mit Deos.

Regale in Discountern sind leer gefegt

Leere Regale gab es schon am Freitagabend auch im Real in Habinghorst. Dabei wird immer wieder kräftig nachgefüllt.

An anderer Stelle weiß ein Kollege von leer gefegten Mehl-Regalen zu berichten, von einem Mann, der gleich 30 Pakete Mehl im Einkaufswagen gehortet hat, von Tomatensoßen, die völlig ausverkauft sind. Und von Kunden, die immer zahlreicher beim Einkauf mit Einweg-Handschuhen ausgerüstet wind.

Die Hamsterkäufe, die schon in der vergangenen Woche angefangen hatten, gehen offenbar jetzt erst recht weiter, nachdem sich die Corona-Frage am Freitag verschärft hat. Offenbar denken viele Menschen, dass sie sich jetzt mit Lebensmitteln für die Zukunft eindecken müssen, dass die Gefahr besteht, bald nicht mehr aus dem Haus zu kommen.

Jetzt lesen

In vielen Facebook-Posts wird dieses Thema aufgegriffen: Unverständnis über solche Hamsterkäufe, Lageberichte aus Läden, Zitate von Verkäuferinnen. Etwa dieses: „Heute Morgen wusste die Kassiererin zu erzählen, nachdem ich nach Klopapier gefragt habe, dass heute morgen um 8:00 Uhr alles voll geräumt wurde und um 8:30 Uhr alles ausverkauft war. Im Laden hat man sich wohl um Mehl gestritten.“

„Es drohen in Deutschland keine Versorgungsengpässe“

Die Angst vor einer möglichen Quarantäne treibt die Menschen offenbar um. Manche fürchten gar vor dem täglichen Einkauf: Aus Sorge, mit zu vielen anderen Menschen in Kontakt zu kommen und sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sieht keine Gefahr durch die Corona-Pandemie für die Versorgung mit Lebensmitteln. „Es drohen in Deutschland keine Versorgungsengpässe mit Nahrungsmitteln durch das Coronavirus“, teilte die CDU-Politikerin der taz mit. Dem Handel zufolge seien die Lieferketten nicht unterbrochen oder gefährdet.

„Die Supermarktketten reagieren derzeit auf die verstärkte Nachfrage und stocken ihr Sortiment auf“, so die Ministerin. Wenn derzeit in einigen Fällen die Regale leerer sind als sonst, liege das an der Logistik, „dem liegt explizit kein Versorgungsproblem zu Grunde.“

Lesen Sie jetzt

Apotheken dürfen Desinfektionsmittel selbst herstellen. Doch so einfach wie das auf den ersten Blick klingt, ist es nicht. Castrop-Rauxeler Apotheken berichten von Problemen.

Lesen Sie jetzt