Handwerk und Kunde: Das klappt oft gut. Muss es aber nicht. © dpa
Kolumne

Handwerkerinnen und Handwerker sind einfach super nett, bis…

Wohnen ist ein Lebensgefühl. In dieser Kolumne beschäftigt sich unser Autor regelmäßig mit „Wohn(t)räumen“. Heute geht es hier um Handwerker und Kunden, eine Beziehung, die nicht immer klappt

Ich muss mich heute einem Thema widmen, das meine Freundesschar in der Leserschaft dramatisch verringern könnte, mir sogar ein Heer an Feinden bescheren dürfte. Ich wollte eigentlich auch gar nicht über sie schreiben. Aber ich muss. Darum, sorry liebe Handwerker, heute müsst ihr tapfer sein.

Um zwei Dinge voraus zu schicken: Mein ältester Sohn ist Schreinermeister, mein mittlerer Sohn arbeitet in einem großen Malerbetrieb, mein Vater war Maschinenschlosser. Ich bin also zwar nur ein übler Schreiberling. Aber ich weiß, wovon ich rede, wenn ich übers Handwerk rede. Oder schreibe.

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Und als Auto-, Haus- und Fahrradbesitzer, Küchenmaschinen-, Möbel- und Trocknernutzer, ja selbst als Journalist habe ich in nun gut 60 Jahren auch den einen oder anderen Kontakt mit diversen Vertreten so mancher Handwerkszunft gehabt. All diese Erfahrungen haben mich eines gelehrt: Handwerkerinnen (um die bloß nicht zu unterschlagen) und Handwerker sind einfach super.

Da staunen Sie, oder? Nein wirklich, ich finde, das Gros der Handwerker, mit dem ich bisher zu tun hatte, war total nett, zugewandt und höflich.

So lange, und hier gibt es eine miniminimale Einschränkung, so lange man sie nicht auf ausdrücklich und fest vereinbarte Termine anspricht, an Fristen erinnert, auf Festpreisvereinbarungen hinweist, auf entstandene Schäden aufmerksam macht oder gar, tätäää, um Mängelbeseitigung bittet.

Dann kann man viele dieser umgänglichen Jungs und Mädchen selbst auf dem Handy kaum noch erreichen, sind Zettel verloren gegangen, Maße falsch kommuniziert worden, Daten sooo nie angegeben worden. Und überhaupt: „Cheffe, bleib entspannt.“

Mit der Entspannung wäre es freilich viel einfacher, wenn eindeutigste Absprachen nicht auf einmal nie stattgefunden haben sollen, wenn das Material, das da verarbeitet wurde, nicht so überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem hätte, das man mit der Gattin in einem langen und mühsamen Entscheidungsprozess ausgesucht hatte, wenn der Siphon nicht mit einem dreifach gewundenen Looping am Abflussrohr befestigt wäre.

Ein guter Handwerker, das habe ich inzwischen durch eigene Anschauung und durch die Arbeit meiner Söhne gelernt, geht mit Fehlern (die immer und jedem passieren können), mit mäkelnden Kunden (die es in Legion gibt, wie mir völlig bewusst ist), mit entscheidungsschwachen Auftraggebern (und Auftraggeberinnen) und ausbleibenden Materiallieferungen (ja, auch das soll es dem Vernehmen nach geben) souverän um.

Stellt sich nur die Frage: Warum erwische ich immer die anderen Handwerker?

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In den „Wohn(t)räumen“ befasst sich Thomas Schroeter regelmäßig auf sehr persönliche Art mit dem Wohnen. Da kann es um neue Trends gehen, um Wohnphilosophien, um Bauärger oder Küchendeko. Einfach um alles, was das Wohnen im Alltag so ausmacht.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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