Auch in der Altstadt hat sich das Wasser am Hochwasser-Mittwoch (14.7.) gestaut. © Nora Varga
Meinung

Hausbesitzer, die jetzt schlafen, sind bei der nächsten Flut selbst schuld

Nach der Unwetter-Katastrophe der vergangenen Woche sind Schutzmaßnahmen Gesprächsthema Nummer eins. Wer jetzt nicht aufrüstet, darf sich bei der nächsten Flut nicht beschweren, meint unsere Autorin.

Kaum war der letzte Keller ausgepumpt, riefen alle nach Schutzmaßnahmen gegen das Wasser. Wo man auch hinschaut, geben Experten Tipps für den hochwassersicheren Keller oder den ablaufoptimierten Garten. Nicht, dass dieses Wissen bisher ein Geheimnis gewesen wäre. Nein, aber der Mensch handelt bekanntermaßen erst, wenn es ihn selbst betrifft. In diesem Fall, wenn das Wasser kniehoch in den eigenen vier Wänden steht.

Aber wie so oft reicht der Flut-getriebene Aktionismus nicht weiter als bis zum letzten Bericht über weggeschwemmte Dörfer und Gemeinden. Sobald nicht mehr berichtet wird, vergisst der Mensch schnell. So ist es fast immer: Bei der Klimakrise, bei diversen Lebensmittelskandalen oder auch wenn diskutiert wird, woher eigentlich die seltenen Metalle in unseren Handys kommen. Keine zwei Wochen später kaufen alle wieder Billigwürstchen und lechzen nach dem nächsten Smartphone.

Das Hochwasser ist ein Weckruf. Wer wissen will, wie er sich das nächste Mal schützen kann, der bekommt die Informationen gerade nur so um die Ohren gepfeffert. Ja, schließen Sie eine Versicherung gegen Elementarschäden ab, sichern Sie ihre Kellerfenster und schaffen Sie sich eine drucksichere Tür an.

Natürlich kann nicht alles an den Menschen allein hängen bleiben. Die Politik hat auf allen Ebenen eine deftige Erinnerung an die Folgen des Klimawandels bekommen. Untätig bleiben darf sie nicht. Und da sind auch die Bundestagswahlen, bei denen jeder einzelne mit seiner Stimme entscheiden kann, wie viel Klimaschutz er will.

Sich nur auf die Politik zu verlassen, wäre falsch. Jeder Einzelne ist in der Pflicht, sein Heim zu schützen. Der Staat kann eben keine Kellerfenster für alle bestellen. Über seinen eigenen Grund und Boden entscheiden zu dürfen, ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht.

Wenn in zehn Jahren die nächste Wasser-Katastrophe kommt und das Wasser im Keller steht, darf keiner sagen, er hätte nicht gewusst, wie er sich davor schützen kann.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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