Heiligabendfeier im Wichernhaus fällt der Corona-Pandemie zum Opfer

Coronavirus

„Heiligabend allein? Das muss nicht sein!“ – unter diesem Motto feierten Menschen viele Jahre Heiligabend im Wichernhaus. Jetzt musste der Vorbereitungskreis eine schwere Entscheidung treffen.

Castrop-Rauxel

, 19.09.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weihnachten im Wichernhaus: Die Coronakrise unterbricht auch diese lange Tradition.

Weihnachten im Wichernhaus: Die Coronakrise unterbricht auch diese lange Tradition. © Christian Beisenherz

Die Corona-Pandemie hat zu einer weiteren Absage geführt. Sie betrifft eine Veranstaltung mit langer Tradition und großer Bedeutung. Christian Beisenherz informiert: „Wir haben uns im Vorbereitungskreis „Heiligabend im Wichernhaus“ entschieden, die Feier wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen zu lassen.“

Er führt mehrere Gründe an: „Wir können die Sicherheit unserer Besucher, die zu weiten Teilen aus der Risikogruppe für eine Sars-CoV-2-Infektion kommen, nicht gewährleisten.“ Selbst mit einem Hygiene- und Sicherheitskonzept wäre das Risiko aufgrund der äußerst vielfältigen Besucher- und Helfer-Gruppen zu groß. Der Vorbereitungskreis betont, man könne es nicht verantworten, wenn ein Besucher sich auf der Feier infizieren und möglicherweise schwer erkranken würde.

Eine Feier wäre nur möglich gewesen, wenn man die Zahl der Besucher stark reduziert hätte. In der Vergangenheit kamen zu Weihnachten immer 150 Besucher ins Wichernhaus. Außerdem müsste man auf einen größeren Raum ausweichen. „Abstände, Verzicht auf Gesang, Masken, Security zur Überwachung der Hygienevorschriften: Alles das stünde in deutlichem Gegensatz zu dem, was die Feier immer ausgemacht hat: Nähe. Und das sollte auch so bleiben,“, so Christian Beisenherz.

Schwere Entscheidung wurde gemeinsam im Helferkreis getroffen

Johannes Beisenherz, der die Feier vor 46 Jahren mit ins Leben gerufen hat, bedauert: „Es tut uns in der Seele weh, dass der Heiligabend im Wichernhaus zum ersten Mal nicht stattfinden kann. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sie im Helferkreis besprochen und dann gemeinsam getroffen.“

Es wäre das 47. Mal gewesen, dass rund 150 Menschen gemeinsam Heiligabend im Wichernhaus erlebt hätten. In all den Vorjahren war jeder willkommen, der alleine lebt oder sich eine eigene Feier nicht leisten kann. Ein Kreis von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kümmerte sich um die Gäste.

„Absage geschieht aus der Verantwortung unseren Gästen gegenüber“

Elisabeth Süper hatte den Zweck der Feier einmal so auf den Punkt gebracht: „Das Besondere der Weihnachtsfeier im Wichernhaus ist für uns, dass Menschen, die im Alltag wenig oder gar keine Berührungspunkte haben, hier zusammen feiern. Und das mit allem, was zu Weihnachten dazugehört: einem Gottesdienst, Weihnachtsliedern, kleinen Geschenken, leckerem Essen und guten Gesprächen.“

Ute Pfahlburger, dieses Jahr selbst auch schon seit 30 Jahren dabei, sagt zu der Entscheidung: „Die Absage geschieht vor allem aus der Verantwortung unseren Gästen gegenüber. Dafür wird es 2021 dann hoffentlich um so schöner.“

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