Helfen Castropolis und die Casconcept-Hotline den Einzelhändlern?

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Aktuell unterstützen gleich zwei Hilfsprogramme in Castrop-Rauxel kleinere Geschäfte in der Corona-Krise: die Altstadt-Hotline und Castropolis. Die Betreiber ziehen eine Zwischenbilanz.

von Marian von Hatzfeld

Castrop-Rauxel

, 11.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einzelhändler und Gastronomien haben seit mehreren Wochen wegen des Coronavirus geschlossen. Viele Betriebe haben deswegen Existenzsorgen. Doch allein in Castrop-Rauxel gibt es zwei Programme, die kleine Betrieber unterstützen sollen.

Zum einen das Internetportal Castropolis: Die Plattform bietet eine Übersicht, welche Händler und Dienstleister in Castrop-Rauxel Produkte oder Leistungen in Corona-Zeiten offerieren. Die Kunden können sich kostenlos über diese Dienste informieren.

„Je eher das Portal wächst, desto wahrscheinlicher ist es, dass es hilft“, sagt Nils Bettinger, der das Portal Castropolis programmiert hat und als Fraktionsvorsitzender der FDP im Rat der Stadt sitzt. Bis Mittwoch (8.4.) gab es seinen Angaben zufolge 38 Händleranträge.

Knapp 100 Kunden abonnieren Newsletter

Bettinger zufolge sind aber nicht nur die Händler „glücklich, dass sie ein solches Ventil gefunden haben“, sondern auch die Kunden. „Mittlerweile abonnieren knapp 100 Kunden den Newsletter“, berichtet er. Auch die Besucherzahlen der Internetseite seien „hervorragend“.

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Bettinger versucht, die Plattform mithilfe der Zeitung, Facebook und Plakaten zu verbreiten. Unter anderem sollen „die Händler selbst zu Multiplikatoren werden, indem sie bereitgestellte Plakate in ihren Geschäften aushängen“, so Bettinger. Auch für die Zeit nach Corona kann sich Bettinger vorstellen, das Portal weiter zu betreiben, „wenn die Händler das wollen“.

Kunden sollen Einkauf erleben

Anders sieht das wohl bei dem zweiten Modell aus, das in Castrop-Rauxel wegen der Corona-Krise entstanden ist: der Telefon-Hotline der Altstadt-Händler, organisiert vom Verein Casconcept. Die Idee dahinter ist, dass Kunden zentral bei der Mobil-Nummer 0152 59 00 51 45 anrufen können, wenn sie bei einem teilnehmenden Händler etwas kaufen möchten. Der Einzelhändler, der am Telefon sitzt, gibt die Kundenwünsche an den zuständigen Händler weiter.

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Gefragt, wie es mit einer möglichen Fortsetzung der Hotline nach der Corona-Krise aussieht, gibt sich der Casconcept-Vorsitzende Matthias Zimmer skeptisch. „Eigentlich nein“, sagt er und ergänzt: „Das Kaufverhalten ist eher so, dass der Kunde in die Stadt geht und den Einkauf haptisch erleben möchte“.

Matthias Zimmer, Juwelier und Vorsitzender von Casconcept, hat eine Hotline für Einzelhändler ins Leben gerufen.

Matthias Zimmer, Juwelier und Vorsitzender von Casconcept, hat eine Hotline für Einzelhändler ins Leben gerufen. © Tobias Weckenbrock

„Man kann ein Fußballspiel natürlich auch im Fernsehen verfolgen, aber das Prickeln haben sie eher im Westfalenstadion“, vergleicht der Altstadt-Juwelier die Situation.

Wie oft Kunden bei der Castrop-Rauxeler Altstadt-Hotline anrufen, sei unterschiedlich. „Manchmal rufen sieben bis acht Leute an, es gibt aber auch Tage, an denen keiner anruft“, berichtet Zimmer. „Viele Anrufer haben große Freude und finden die Aktion toll“, fügt er hinzu.

Hotline nicht nur für Casconcept-Mitglieder

Auch die Händler freuen sich über die Hotline, die laut Zimmer aber „weniger als Tool zur Rettung dienen kann, sondern mehr als Zeichen der Erreichbarkeit und des Zusammenhalts“. Deswegen vermittle die Hotline nicht nur an Mitglieder von Casconcept, sondern auch an die gesamte Castrop-Rauxeler Händlerschaft.

Als positives Beispiel erwähnt der Castrop-Rauxeler den Buchhandel Leselust, an den er schon öfter Kunden verwiesen habe.

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Händler der gleichen Branche haben trotz Sorgen keine Differenzen: „Es entscheidet keiner, wer den Auftrag kriegt, wir klären am Telefon darüber auf, welcher Händler was anbietet. Die Händler rufen die Kunden zurück und machen ein Angebot. Es wäre nicht okay, wenn jemand bevorzugt wird“, betont er.

Hilfsprogramme als Konkurrenz?

Die Hotline sowie das Portal sollen den Einzelhandel unterstützen. Als Konkurrenten sehen sie sich aber keinesfalls. Zimmer betont: „In diesen Zeiten geht es nicht um Konkurrenz, sondern um ein Miteinander, jede Aktivität hilft“. Auch Bettinger findet „die beiden Angebote ergänzen sich“.

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