Hochkonjunktur für Schädlingsbekämpfer: Teams auf Trab durch den Eichenprozessionsspinner

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Der Eichenprozessionsspinner sorgt in Castrop-Rauxel für Unmut. Die Geschäftsführerin einer Spezialfirma aus Ascheberg erklärt Hintergründe und wie man auch ohne Kontakt betroffen sein kann.

Castrop-Rauxel

, 24.06.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schädlingsbekämpfer der Ascheberger Firma Angelkort, die auch in Rauxel eine Filiale besitzt, rücken momentan zwar verstärkt den Raupen des Eichenprozessionsspinners zu Leibe. Ihre sonstigen Aufgaben können sie aber keineswegs vernachlässigen. Denn andere vier- oder achtbeinige Plagegeister haben das ganze Jahr Hochkonjunktur.

„Wir haben 25 Mitarbeiter, die von Osnabrück bis Köln im Einsatz sind“, sagt Geschäftsführerin Monika Angelkort im Gespräch mit unserer Redaktion. „Vier Teams mit insgesamt acht Leuten kümmern sich zurzeit ausschließlich um den Eichenprozessionsspinner. Da wir mit der Arbeit kaum hinterherkommen, liegt unsere Priorität momentan auf öffentlichen Gebäuden wie Altenheimen, Schulen oder Kindergärten.“

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Die Chefin der Spezialfirma weiß, wovon sie spricht: Sie hat die Entwicklung der Spinner-Population in den vergangenen Jahrzehnten hautnah mitbekommen: „Vor 20 Jahren gab es die Tiere am Niederrhein, seitdem rücken sie immer weiter Richtung Norden vor.“

Klimawandel ist mitverantwortlich

Das liege einerseits am Klimawandel und den höheren Temperaturen, andererseits aber auch daran, dass die Falter in ihren zwei Lebenstagen bis zu 30 Kilometer Flugstrecke zurücklegen und am Ziel die Eier ablegen können. Was nur wenige wissen: „Vor 60 bis 70 Jahren gab es schon einmal eine solche Plage“, sagt Monika Angelkort.

Nun könnte man meinen: Um juckende Hautreaktionen oder gar Entzündungen der Augen oder der Atemwege zu vermeiden, reiche es aus, die Raupen des Spinners nicht zu berühren. Doch weit gefehlt.

Allergische Reaktion ohne Kontakt

Da die winzigen Härchen der Tiere leicht brechen und anschließend durch die Luft fliegen, können auch Menschen betroffen sein, die keinerlei Kontakt zu den Tieren hatten. „Regelmäßig melden sich Radfahrer, die mit kurzen Hosen unterwegs waren und nach der Fahrradtour über Hautausschlag klagen“, berichtet die Expertin. Sie rät deshalb zu langer Kleidung auf dem Sattel.

Doch wenngleich der Eichenprozessionsspinner aktuell durchaus als „Star“ der Störenfriede bezeichnet werden kann: Die Angelkort-Mitarbeiter kümmern sich nach wie vor auch um zahlreiche andere Plagegeister. Und das verlangt eine gehörige Menge an Spezialwissen.

„Beim Schädlingsbekämpfer handelt es sich um einen dreijährigen Ausbildungsberuf“, erläutert Angelkort. Und dabei geht es keineswegs nur darum, mal eben ein paar Kakerlaken, Mäuse, Flöhe oder Schaben zu vertreiben.

Ursachenforschung ist größter teil der Arbeit

„Den größten Teil unserer Arbeit nimmt die Ursachenforschung in Anspruch“, fährt die Geschäftsführerin fort. Erst, wenn feststeht, wie und warum der ekelige Besuch sich eingenistet hat, kann er effektiv bekämpft werden.

Am erfreulichsten verläuft die Zusammenarbeit mit dem Schädlingsbekämpfer, wenn die Plagegeister erst gar nicht Einzug halten. Prävention lautet das Zauberwort. „Das kann zum Beispiel ein Netz zur Taubenabwehr sein“, erklärt Angelkort, „aber wir sind auch verstärkt im Holz- und Bautenschutz tätig.“

Vorbeugend eingesetzt, sorgen die richtigen Wirkstoffe dafür, dass unerwünschte Untermieter erst gar nicht einziehen.

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