Der Hof Niemann steht heftig unter Beschuss. Jetzt soll es eine Info-Veranstaltung geben. © Tobias Weckenbrock
Betrugsverdacht

Hochzeitsdrama: Es soll eine Info-Veranstaltung auf Hof Niermann geben

Der heftig unter Beschuss stehende Hof Niermann scheint in die Offensive gehen zu wollen: Es soll eine Info-Veranstaltung für geschädigte Brautpaare geben. Ein Treffen, das Zündstoff birgt.

Vor gut einer Woche berichteten wir zum ersten Mal: Brautpaare, die auf dem Hof Niermann in Waltrop nahe der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel ihre Hochzeit feiern wollten, fühlen sich betrogen: Um ihre Anzahlungen, um ihre Feiern. Das Geld soll meist gar nicht am Hof angekommen sein. Zudem soll es für manche Tage Doppel- und Dreifachbuchungen gegeben haben.

Die ganze Woche über sind Strafanzeigen bei der Polizei eingegangen. Bei knapp 50 sei man nun, sagte Sprecher Andreas Lesch unserer Redaktion. „Das ist schon relativ viel.“

Der Mitarbeiter, der auf dem Hof alles organisiert haben soll, ist mittlerweile nicht mehr dort beschäftigt. Betreiberin Renata Niermann äußert sich uns gegenüber bisher nicht zu den Betrugsvorwürfen.

Auf der Homepage des Hofs wird darum gebeten, dass alle, die einen Vertrag für eine Veranstaltung haben, sich „schnellstmöglich“ per E-Mail bei Frau Niermann melden und die Polizei informieren sollen.

Geschädigte auf den Hof eingeladen

Und Renata Niermann scheint für diese Woche mehr zu planen: Für Donnerstag (22.7.), 18 Uhr, soll auf dem Waltroper Hof eine Info-Veranstaltung für geschädigte Brautpaare geplant sein. Offiziell bestätigt ist das bisher nicht. Eine Anfrage beim Hof läuft, blieb aber bisher unbeantwortet. Allerdings haben mehrere Geschädigte unsere Redaktion darüber informiert, dass es dieses Treffen geben soll.

Was genau dort besprochen werden soll, sei unklar, heißt es. Sicher scheint aber: Es sind nicht alle Betroffenen eingeladen. Wir haben mit einem geschädigten Bräutigam gesprochen, der von der Veranstaltung wusste, aber selbst bisher nicht dazu gebeten worden sei, wie er sagt. „Wir lassen allerdings auch alles über unseren Anwalt laufen“, so der Geschädigte. Schreiben des Anwalts an den Hof seien noch nicht beantwortet.

Schadensumme wohl bei mindestens 150.000 Euro

Das Ausmaß der Betrugsvorwürfe wird unterdessen immer klarer: Bis Mittwoch (14.7.) hatten sich schon 40 Geschädigte im zuständigen Regionalkommissariat in Castrop-Rauxel eingefunden, um Anzeige zu erstatten. Knapp zehn Anzeigen sind nun noch mal dazugekommen. „Der Höhepunkt im Anzeigeverhalten ist überschritten“, sagt Polizeisprecher Andreas Lesch. Es ebbe ab. Möglicherweise seien manche Paare aber noch im Urlaub und meldeten sich erst danach bei der Polizei.

Eine erste konkretere Schadenssumme kann Lesch dennoch nennen: „Vorsichtigen Schätzungen nach kommen mindestens 150.000 Euro zusammen“, so der Polizeisprecher. Die Ermittlungen liefen allerdings noch – in „engem Austausch mit der Staatsanwaltschaft“. Da recht viele Anzeigen in kurzer Zeit gestellt wurden, sei man noch dabei, sie auszuformulieren. Nicht in jedem Fall habe man bereits ins Detail gehen können. Uns sagten Geschädigte, dass sie zwischen 1000 bis zu 7000 Euro angezahlt hätten.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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