«Ich verurteile niemanden»

«NachtSchnittchen»: Moses Wieczorek will Castrop-Rauxel das Lachen lehren

30.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Scharf, pointenstark, deftiger Nachgeschmack und charmant bis in den großen Zeh. Im Interview mit Stefan Ludwig erzählte Moses Wieczorek, Stammgast im Quatsch-Comedy-Club und Nightwash, warum bei ihm Geigen nur als brennende Deko zum Einsatz kommen. Du bist der Rocker unter den Stand up-Comedians. Ein kurzer Rückblick... Wieczorek: Bei mir auf der Bühne geht's schon mal lauter zu. Als Musiker habe ich mich Bands wie Kiss und Queen verschrieben. In meinen Programmen zeige ich, was Musik aus Leuten wie mir macht. Klassik läuft im Wohnzimmer, ich bin unten im Keller beim Rock zuhause. Ich beobachte gerne schon mal den Alltag und rege mich auf. Von wegen «Malte on tour» - wer abends wieder zuhause ist, der ist noch lange nicht «on tour». Du bist der Einladung von «NachtSchnittchen»-Gastgeber Helmut Sanftenschneider in die Mixed-Show gefolgt. Woher kennt Ihr Euch? Wieczorek: Wir kennen uns nun seit gut zwei Jahren, haben schon öfter bei der Mixed-Show des anderen mitgemacht. Immer, wenn einer von uns was Neues ausprobiert, hat er den anderen dabei im Hinterkopf. Castrop-Rauxel - für Dich nur ein Ort, wo Du schon mal durchgefahren bist? Wieczorek: Ich habe zwar hier noch kein Vollprogramm gespielt, war aber zum Beispiel die letzten zwei Jahre Gast beim «satirischen Adventskalender». Wie stehst Du zum Stichwort «Mixed-Show»? Mittlerweile gibt es auch hiervon mehr als reichlich, oder? Wieczorek: Ich denke, das wird der Markt schon regeln. Das wird ja auch für den Zuschauer nicht leichter: Wo sind die guten Leute? Wo stimmt die Atmosphäre? Wo lohnt sich das Hingehen? Schwere Sache. Ich spiele selbst gerne in Mixed-Shows, weil sie einfach Gelegenheit zum vielen Spielen bieten. Es gibt gute und schlechte. Welche, die der Liebhaberei wegen am Leben erhalten bleiben, und welche, die sich mittlerweile ihr eigenes Publikum erspielt haben. Wenn sie ihren Zuspruch haben und gut gemacht sind verdienen sie absolut ihre Daseinsberechtigung. Dein gerade veröffentlichtes Buch «DAS ROCKT» beschreibst Du mit dem Untertitel «I laugh Rock'n Roll». Eine Abrechnung mit dem Musikgeschäft? Wieczorek: Nein, ganz im Gegenteil. Ich verurteile ja niemanden. Seit drei Programmen beschäftige ich mich nun mit Musik. Stand up-Comedy auf der Bühne hat nur einen Haken, und der ist der nächste Gag. Da bleibt keine Zeit, immer weiter, immer schneller gehe ich nach vorne. Mit dem Buch kann ich auch mal stehen bleiben oder nach links und rechts gucken, Geschichten zu Ende erzählen, oder Mittel nutzen, die ich auf der Bühne nicht habe. Bilder zeigen und solche Sachen. Moses Wieczorek, Anfang 40, lebt in Essen. Sein Hauskater Fritz zählt zu den ganz Glücklichen: Herrchen kann tagsüber Zuhause sein. www.moses-w.de

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