„Im Gegenteil: Wir wollen niemanden entlassen“: Volksbank-Chefs verkünden Bilanz

hzVolksbank Henrichenburg

Deutlich gestiegene Bilanzsumme, aber nur ein Gewinn auf dem Vorjahres-Niveau: Die Volksbank Waltrop/Henrichenburg klagt weiter über Bürokratie-Pflichten und die Zinspolitik der Zentralbank.

von Markus Weßling

Henrichenburg

, 06.02.2020, 19:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Volksbank-Vorstand Ludger Suttmeyer sagt es klar: Dass die Genossen der Fusion mit der Volksbank Dortmund vor Jahresfrist mit einer solch deutlichen Mehrheit (98,7 Prozent) zugestimmt haben, das hat ihn ebenso positiv überrascht wie seinen Kollegen Gregor Mersmann.

Sie haben offenbar vermitteln können, dass die Fusion „der richtige Schritt zur richtigen Zeit“ sei. Für die Volksbank geht es darum, mit stetigem Wachstum gegen die ebenfalls stetig steigenden Kosten und die Nullzinsen anzuarbeiten.

Die Bilanzsumme stieg um 7,5 Prozent auf 978,7 Millionen Euro, der Gewinn, der erst im Frühjahr genau feststeht, wird aber wohl nicht höher sein als 2018.

Für das Geschäft der Bank unproduktive Mitarbeiter

Einige bestens ausgebildete Mitarbeiter, so machen Suttmeyer und Mersmann deutlich, seien nur mit der Erfüllung von staatlich verordneten bürokratischen Aufgaben befasst und für das Geschäft der Bank im Grunde unproduktiv.

Das solle natürlich nicht heißen, dass die Volksbank ihre Mitarbeiter nicht schätzt. „Im Gegenteil. Sie sind unser wichtigstes Kapital. Wir wollen niemanden entlassen“, betont Suttmeyer. Von den 174 Mitarbeitern sind rund ein Drittel Teilzeit-Kräfte.

Hinter den Kulissen wird derweil eifrig daran gearbeitet, die Fusion technisch und organisatorisch umzusetzen. „Dabei bedienen wir uns keiner Unternehmensberatung“, sagt Suttmeyer. Vielmehr komme die Erfahrung der Volksbank Dortmund aus deren vorherigen Fusionen zum Tragen. Technisch soll die Fusion bis November vollzogen sein.

Chefs treten Befürchtungen entgegen

Und organisatorisch? Wichtig ist es Suttmeyer und Mersmann, weiter Befürchtungen entgegenzutreten, mit der Fusion werde die Bank für die Kunden anonymer und es gebe keine Ansprechpartner mehr vor Ort.

„Noch im ersten Quartal wollen wir unser neues Niederlassungskonzept vorstellen“, berichten die Vorstände. Pro Geschäftsbereich – Waltrop, Oer-Erkenschwick, Datteln, Lünen, Henrichenburg – werde es dann einen Niederlassungsleiter als „Gesicht und Entscheider vor Ort“ geben. Und der soll umfangreiche Kompetenzen und auch Personalverantwortung haben.

Und wie geht es mit den Filialen weiter? In Oer-Erkenschwick sind Veränderungen denkbar: Die Filiale in Klein-Erkenschwick, ohnehin schon nicht mehr täglich mit Personal besetzt, könnte in eine reine Selbstbedienungs-Filiale umgewandelt werden.

Weiterhin steht eine Entscheidung aus, was mit der Hauptstelle in OE geschehen soll, die längst nicht mehr zeitgemäß ist. Ein Komplett-Rückzug aus einer der Städte des bisherigen Geschäftsgebiets sei aber auch nach der Fusion nicht geplant, betonen die Vorstände.

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