Bienenfreundliche Maisfelder in Dingen: Warum es auf Hubberts Äckern zu blühen beginnt

hzBauer sät Blumensamen

Blühstreifen heißt das, was Cornelius Hubbert neu für sich entdeckt hat. Der Landwirt mit der Kartoffelhütte zwischen Ickern und Mengede sieht die Aktion auch als Imagepolitur.

Dingen, Mengede, Ickern

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Landwirtschaft in Deutschland ist immer wieder in der Kritik, wenn es um Klimawandel, Artenvielfalt, Verunreinigung von Grundwasser geht - zumindest die konventionelle: Sie würde die Probleme, die wir haben, mit ihrer Monokultur verstärken und wäre nicht der Wächter der Natur, sondern würde alles den Ertragszielen unterordnen.

Das Image des Bauern hat gelitten: Vom „Versorger der Nation“ und dem Landschaftspfleger ist er bei vielen Menschen zum „Verunreiniger“ und „Zerstörer“ unserer Grundlagen geworden.

Hubbert mit der Kartoffelhütte und die Vorurteile

Cornelius Hubbert (42) ist Landwirt an der Strünkeder Straße zwischen Ickern und Mengede. Er führt mit seinem Vater einen Hof mit 100 Hektar vor allem angepachteter Ackerflächen und rund 1000 Tieren in der Schweinemast. Bekannt ist er vielen Ickernern durch den Kartoffelverkauf aus der Hütte vor dem Hof. Er tritt nun gegen die Vorurteile an.

Bienenfreundliche Maisfelder in Dingen: Warum es auf Hubberts Äckern zu blühen beginnt

Mit diesen Schildern unterstreicht Cornelius Hubbert nun in Dingen auch das, was er mit den Blühstreifen bezwecken will. Er nennt es auch PR und Image-Politur für seine Zunft. © Tobias Weckenbrock

Hubbert baut fünf Früchte im Fruchtwechsel auf den Feldern an: Kartoffeln, Mais, Gerste, Raps und Weizen - und neuerdings in Beimischung Blumen. Auf 500 Metern hat Cornelius Hubbert Blumen gesät. Der Landwirtschaftsverband hat die Aktion „Blühendes Band durch Bauernhand“ ins Leben gerufen. Hubbert ist im zweiten Jahr erstmals dabei.

500 Kilometer in der Region, 500 Meter in Dingen

500 Kilometer haben Landwirte in der Region Ruhr-Lippe, zu der der Kreis Unna, Bochum, Dortmund, Hamm und Herne gehören, entlang ihrer Felder mit Blumen bestellt. Dazu gehören auch ein paar Felder an der Herner Straße in und rund um Dingen: die, die Cornelis Hubbert bestellt.

Er hat am Rande von Maisfeldern auf 500 Metern etwa zwei Meter breite Blühstreifen angelegt. Die ersten Kornblumen blühen schon. Beim Ortstermin am Mittwochmorgen waren dort auch schon Hummeln unterwegs.

Bienenfreundliche Maisfelder in Dingen: Warum es auf Hubberts Äckern zu blühen beginnt

Einer der Blühstreifen in Dingen Anfang Juni: zwei Meter Blumen und Mais, dann kommt der reine Mais. © Tobias Weckenbrock

Die Streifen sehen schön aus. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum die Bauern die Blühpflanzen gesät haben: „Wir verzichten auf einen Teil des Ertrags, weil wir Insekten und anderen Wildtieren Lebensraum und Nahrung geben möchten“, sagt Hans-Heinrich Wortmann, Vorsitzender des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV).

Bienenfreundliche Maisfelder: „Image aufpolieren“

„Die Landwirte möchten ihr Image aufpolieren“, sagt Cornelius Hubbert dazu. Daher stellte er dort jetzt Hinweisschilder auf. Das Saatgut schenkte ihm die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. Er verzichtet nur auf den Ertrag: „An den Stellen wird der Mais nicht 3,50 Meter hoch, sondern vielleicht 1,50 Meter. Da ernte ich nur zehn Prozent.“

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