Kapazitäten für Coronavirus-Tests werden bei Weitem nicht ausgeschöpft

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Seit einer Woche können sich Castrop-Rauxeler am Berufskolleg auf das Coronavirus testen lassen. Eine erste Bilanz zeigt: Es könnte mehr getestet werden. Aber das scheitert an anderer Stelle.

Castrop-Rauxel

, 06.04.2020, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Durchfahrtzentren für Coronavirus-Tests gibt es im Kreis Recklinghausen. Eins davon steht seit vergangener Woche am Berufskolleg Castrop-Rauxel. „Das Verfahren war aus den anderen Städten bekannt, also hat alles reibungslos funktioniert“, erklärt Abschnittsleiter Jörg van der Groef.

Täglich werden am Corona-Test-Zentrum 35 bis 40 Tests durchgeführt. Die Patienten fahren dafür im Fünf-Minuten-Takt mit dem Auto ins Zelt, geben die Überweisung des Hausarztes ab und werden dann von einem Mitarbeiter des dreiköpfigen Teams getestet.

Manchmal bildet sich eine Schlange von zwei oder drei Autos, grundsätzlich läuft nach Angaben von Jörg von der Groef aber alles sehr ruhig ab, weil nur nach vorheriger Terminvergabe getestet wird.

Menschen mit Corona-Symptomen müssen sich beim Hausarzt melden

Wer Symptome hat, die auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus schließen lassen, sollte sich telefonisch bei seinem Hausarzt oder am Wochenende unter Tel. 116117 beim ärztlichen Bereitschaftsdienst melden. Dieser meldet die Person zum Test an.

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„Manche sind sehr verunsichert und wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, andere sind ganz entspannt und scherzen mit uns“, erklärt der stellvertretende Leiter der Rettungswache des DRK in Marl und ergänzt: „Wir beraten, wo wir können, aber wir sind keine Ärzte.“

Das Testergebnis liegt mittlerweile innerhalb von 24 Stunden vor. Das sei deutlich schneller als noch zu Beginn der Woche. Grund dafür ist unter anderem, dass das Labor gewechselt wurde und die Abstriche jetzt zwei Mal täglich abgeholt werden.

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Bis zu 100 Corona-Tests am Tag wären möglich

Theoretisch könnte das Team bis zu 100 Tests am Tag durchführen. Einerseits sei das aber derzeit nicht nötig, weil die Infektions-Zahlen nach Angaben von Jörg von der Groef nicht so stark angestiegen sind, wie zunächst befürchtet. Andererseits mangele es an Teströhrchen. Diese werden zum Teil in Italien hergestellt und sind somit derzeit nur schlecht lieferbar.

Mit dem Abschicken der Abstriche zum Labor nach Bad Salzuflen ist die Arbeit des Teams in Castrop-Rauxel aber noch nicht erledigt. In der Telefonzentrale sitzt knapp ein Dutzend ehrenamtlicher Mitarbeiter, die nicht nur die Termine für die Testst vergeben, sondern die Ergebnisse auch in positiv und negativ aufteilen. Wenn jemand tatsächlich mit Covid19 infiziert ist, wird das Gesundheitsamt informiert und die Mitarbeiter dort informieren wiederum den Patienten.

Diejenigen, die negativ getestet wurden bekommen den Anruf mit der guten Nachricht direkt von dem Team in Castrop-Rauxel.

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