Katholische Kirche investiert Millionen in dieses städtebauliche Vorzeigeprojekt

hzWidumer Tor

Jetzt gibt es freie Fahrt für ein Millionenprojekt in der Altstadt: Das Marcel-Callo-Haus macht demnächst Platz für ein Prestigeprojekt der Kirche, bei dem auch die Stadt mitmischt.

Castrop

, 01.11.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Widumer-Tor-Projekt ist das Stichwort, manch einer nennt das ganze Projekt auch Bildungscampus. Dahinter steckt die Vision, städtische und kirchliche Einrichtungen für Kinder, Jugend, Familien und Senioren zusammenzuführen. 2,5 Millionen Euro werden jetzt für einen weiteren Bauabschnitt fällig, der im September 2020 fertig sein soll.

Aufgeteilt in drei Bauabschnitte

Vor drei Jahren eröffnete die Gemeinde St. Lambertus an der Widumer Straße den Kindergarten St. Rochus – das gilt als erster von drei Bauabschnitten. In einem Jahr soll ein neues Marcel-Callo-Haus auf der Ecke zum kleinen Lehrerparkplatz an der Schillerstraße stehen, das das Provisorium ersetzt, in dem Pfadfinder, Jugendtreff und andere Gruppen seit den 50er-Jahren ihr Zuhause haben. Der dritte Abschnitt ist derzeit noch eine Vision, an der aber schon gearbeitet wird.

Katholische Kirche investiert Millionen in dieses städtebauliche Vorzeigeprojekt

Das Team aus Planern, Architekten, ehrenamtlichen Kräften der Gemeinde St. Lambertus und Mitarbeitern der Stadt freut sich auf das Riesen-Projekt am Widumer Tor. © Tobias Weckenbrock

Neu ist: Auch die Stadt Castrop-Rauxel wird mit ihrem Familienbüro hier einziehen. Damit geht die Gemeinde St. Lambertus eine Kooperation mit der Stadt ein, die sich auch finanziell lohnt: Von den 2,5 Millionen Baukosten trägt das Erzbistum Paderborn „nur“ etwa 1,5 Millionen Euro, knapp 1 Million kommt aus einem Fördertopf des Landes und 100.000 Euro als Eigenanteil aus der Stadtkasse.

„Wir sind eigentlich ein Leuchtturmprojekt“

„Damit wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagte Meinolf Kopshoff vom Gesamt-Pfarrgemeinderat St. Lambertus/Pastoralverbund Süd bei der Vorstellung der Pläne, die im Prinzip ab morgen umgesetzt werden. „Wir sehen das vor dem Hintergrund des Zukunftsbildes des Erzbistums Paderborn“, so Kopshoff, „wir sind dafür eigentlich sogar ein Leuchtturmprojekt.“

Zur Sache

Das ist das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn

In seinem Zukunftsbild postulierte das Erzbistum Paderborn 2014 Leitplanken für die Kirche der Zukunft, die seit dem Jahr 2004 erarbeitet wurden: Wie kann die frohe Botschaft heute verkündet werden? Was sind die theologischen Grundlagen der Vision? Welche Auswirkungen hat das Bild für die Arbeit in den pastoralen Räumen, wo Gemeinden zusammengelegt werden? Es geht darin um den Zwiespalt von Tradition und Innovation, um Kooperationen mit anderen Trägern der Caritas und Lebensberatung.

So gebe es eine große Schnittstelle zwischen staatlich-behördlichem und kirchlichem Handeln, erklärte Meinolf Kopshoff – und da pflichtete ihm die städtische Sozialdezernentin Regina Kleff bei: „Wir arbeiten schon lange mit dem Marcel-Callo-Haus zusammen“, sagte sie, „sind über die Jahre auch zu der Überzeugung gekommen, dass wir mehr Beratungsangebote brauchen, die wir in der Stadt selbst noch besser spielen wollen.“

Neues Entrée zur Altstadt

Städtebaulich, da sind sich alle einig, werde das ein würdiges neues Entrée in die Altstadt, das das Bild der alten Tankstelle endgültig streicht.

Das neue Gebäude wird zweigeschossig und soll im Erd- und ersten Obergeschoss je rund 400 Quadratmeter umfassen. Der Kletterspielplatz dahinter kann ebenso erhalten bleiben wir der Lehrerparkplatz des ASG.

Konkrete Vorhaben im Überblick:

  • In das Gebäude, das auf die Fläche kommt, wo einst die alten Garagen der ehemaligen Tankstelle waren, kommt das Jugendzentrum.
  • Außerdem ziehen die Mitarbeiter des Familienbüros, die zurzeit an zwei Standorten arbeiten, hier ein. Es soll Beratungsanlaufstelle sein für Jobcenter-, aber auch für Fragen der „Frühen Hilfen“.
  • Die Gemeinde wird hier ihr Pfarrbüro einziehen lassen – das für die Gesamtpfarrei im Pastoralverbund Süd.

Visionen für die Zukunft:

Mit ein bisschen Phantasie, so Meinolf Kopshoff, wolle man die Anbindung ans benachbarte Adalbert-Stifter-Gymnasium verstärken. Mit dem BoGis nebenan, dem Bürgerhaus, der Volkshochschule gegenüber, dem JugendzentrumMCH und dem Kindergarten erhalte man dann in der Tat eine Ansammlung an Bildungseinrichtungen, die den Begriff des Bildungscampus‘ rechtfertigen.

In einem dritten Bauabschnitt ist dann ein viergeschossiges Mehrgenerationen- und Multikulturenhaus angedacht. Hier sei man gerade in der Planung. Das Gebäude würde auf der Ecke an der Widumer Straße errichtet und könnte direkt an den zweiten Bauabschnitt andocken. Das alte Marcel-Callo-Haus wird abgerissen. Dort bekommt der Rochus-Kindergarten einen großen Spielplatz, der den kleinen provisorischen ablöst.

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