„Unsinn hoch drei“: Katzen dürfen auf gar keinen Fall vegan ernährt werden!

hzKlare Kante

Kein Fleisch für Fleischfresser - wenn das nicht schon ein Widerspruch in sich ist. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Die Raubtiere vegan zu ernähren, ist pure Quälerei. Ein Kommentar.

Castrop-Rauxel

, 14.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Können Menschen, die sich aus ethischen Gründen vegan oder vegetarisch ernähren, ihrem Haustier Fleisch zu fressen geben? Menschen, die nicht wollen, dass landwirtschaftlich genutzte Tiere Qualen erleiden müssen, das eigene Haustier mit dem Fleisch dieser Tiere füttern?

Es ist ein ethisches Dilemma. Doch mit diesem Konflikt sollten sich ALLE Vegetarier und Veganer auseinander setzen, BEVOR sie sich ein Haustier anschaffen! Und das ganz besonders, wenn es sich um eine Katze handelt.

Grausamer neuer Trend

Es ist ein grausamer Trend, dass es mittlerweile nicht nur für Hunde, sondern auch für Katzen immer mehr vegetarisches und veganes Futter zu kaufen gibt. Leichtfertig könnte so der ein oder andere auf die Idee kommen, seine Katze vegan ernähren zu können.

Doch das ist ein Problem! Und das sage ich, obwohl ich mich selbst seit Jahren vegetarisch ernähre. Obwohl es mir im Herzen weh tut, Tiere leiden zu sehen. Katzen leiden, wenn sie vegan ernährt werden. Gäbe es eine Möglichkeit, Katzen vegan und zugleich artgerecht zu ernähren, ich wäre dabei. Gibt es aber nicht!

Katzen sind von Natur aus Fleischfresser

Katzen sind Fleischfresser. Evolutionsgeschichtlich sind Menschen von jeher omnivor (lateinisch für Allesfresser), Hunde carni-omnivor (Fleisch- und Allesfresser) und Katzen streng carnivor (Fleischfresser).

Das zeigt sich schon am Körper. Angefangen beim Gebiss: Katzen haben keine Mahlzähne wie Pflanzenfresser. Sie können die pflanzliche Nahrung nicht zermahlen und aufspalten, um sie auf die aufwendige Verdauung vorzubereiten. In der Regel zerreißen Katzen ihr Futter lediglich in schluckbare Stücke.

Auch der Magen der Katze unterscheidet sich zu dem von Menschen oder Hunden. Der ist bei Raubtieren nämlich besonders kurz. Der Vorteil: Das Fleisch liegt nicht lange im Magen. Pflanzliche Kost braucht länger, um verwertet zu werden.

Anteil der pflanzlichen Nahrung in der Natur: Schlappe fünf Prozent

All die, die trotz allem nach Argumenten für die vegane Ernährung suchen, mögen jetzt argumentieren, dass Katzen in der freien Wildbahn auch Gras fressen. Stimmt, schließlich verschlingen sie ihre Beute oft komplett, inklusive des pflanzlichen Mageninhaltes der Beute. Doch: In der freien Natur beträgt der Anteil der pflanzlichen Nahrung bei Katzen fünf Prozent.

„Unsinn hoch drei“: Katzen dürfen auf gar keinen Fall vegan ernährt werden!

Katzen sind Raubtiere: in der Natur ernähren sie sich zu 95 Prozent von Fleisch. © picture alliance / dpa

Der Deutsche Tierschutzbund warnt davor, Katzen vegan zu ernähren. Bei Menschen selbst sei die vegetarische oder vegane Ernährung zwar lobenswert: „Jeder, der konsequent darauf achtet, kein Fleisch oder andere tierische Produkte wie Milch, Eier und Käse zu essen, leistet einen großen Beitrag zum Tier- und Klimaschutz“, schreibt der Tierschutzbund.

Ganz anders sehe das jedoch bei den kleinen Vierbeinern aus: „Eine rein vegane Ernährung von Katzen ist aus Tierschutzsicht abzulehnen. Sie entspricht nicht den ernährungsphysiologischen Grundbedürfnissen einer Katze.“ Und weiter: „In den wenigen klinischen Studien zum Thema wurden erhebliche Mangelerscheinungen bei Katzen festgestellt, die vegan ernährt wurden. (...) Auch die vorgeblich bilanzierten veganen Fertigfutter im Handel sind in vielen Fällen nicht bedarfsdeckend.“

Welche Katze würde freiwillig Blümchen statt Mäuse erbeuten?

Somit könne bei einer veganen Fütterung nicht ausgeschlossen werden, dass die Katze Schmerzen, Leiden und Schäden erleidet, „womit der Tierhalter gegen das Tierschutzgesetz verstoßen würde“, schreibt der Tierschutzbund. Im Tierschutzgesetz steht, dass jeder, der ein Tier hält oder betreut, dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren muss.

Der Mensch selbst kann sich freiwillig für vegane Ernährung entscheiden. Katzen, die in der Obhut des Menschen leben, können das nicht. Welche Katze würde freiwillig Blätter und Blümchen fressen, anstatt Mäuse, kleine Vögel und Insekten zu erbeuten?

Experte: Katzen vegan zu ernähren, „ist Unsinn hoch drei“

Das betont auch Josef Kamphues, Direktor des Instituts für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover in einem Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung: Katzen vegan zu ernähren, sei „Unsinn hoch drei“.

Denn, so erklärt Kamphues: „Der Stoffwechsel von Katzen ist komplett anders als der von Hunden, sie sind auch nicht so lange konditionierte Haustiere wie der Hund. Katzen sind darauf angewiesen, ihren Vitamin A Bedarf über ihre Nahrung aufzunehmen. Sie können dieses beispielsweise aus dem Carotin von Möhren nicht bilden. Pflanzen enthalten auch kein Taurin, das essenziell wichtig für Katzen ist, da sie ohne es erblinden oder am Herzen erkranken können.“

Jetzt lesen

Für alle, die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, ihr Haustier mit Fleisch zu füttern, hat er einen Tipp: „Diese Menschen sollten eine andere Spezies als Haustier halten.“ Beispielsweise Kaninchen.

Eine auch für vegane Herrchen moralisch vertretbare Alternative: hochwertiges Ökofutter, bei dessen Herstellung auf Massentierhaltung verzichtet wird. Im Handel gibt es Produkte mit Gütesiegeln.

Lesen Sie jetzt