„Kaum gehört“: Castrop-Rauxeler wundern sich über Sirenen-Alarm

hzWarntag

Ein groß angelegter Sirenentest am Donnerstagvormittag hat in Castrop-Rauxel für Verwunderung gesorgt. Aber weniger der Fakt, dass sie heulten, sondern eher die Art, wie sie heulten.

Castrop-Rauxel

, 10.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein heulender Ton wabert am Donnerstag (10.9.) um 11 Uhr durch das Castrop-Rauxeler Stadtgebiet. Auch auf dem Schulhof des Adalbert-Stifter-Gymnasiums in Castrop ist er zu hören, erst ein dumpfer eintöniger, dann Pause, dann ein lauter und leiser werdendes Warnsignal, dann wieder dieses Eintönige.

Die Schüler, die gerade auf dem Schulhof unterwegs sind, gucken kurz hoch, wirklich zu interessieren scheinen sie sich aber nicht dafür. „Das ist nur ein Probealarm, die testen heute die Sirenen“, sagt ein Schüler zum anderen.

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Sirenentest in Castrop-Rauxel am 10. September

Über den kurzen Zeitraum von zehn Minuten heulten deshalb die Sirenen in der Abfolge:

  • Eine Minute Dauerton, das Signal mit der Bedeutung „Entwarnung“
  • Eine Minute auf- und abschwellender Heulton mit der Bedeutung „Radio einschalten und auf Durchsagen achten“
  • Eine Minute Dauerton mit der Bedeutung „Entwarnung“

Die Castrop-Rauxeler ließ dieser Sirenen-Test offenbar relativ kalt. Zwar blickten sich ein paar um, die meisten schienen aber zu wissen, warum da gerade die Sirenen heulen. Bärbel Burow und Ursula Ziehfreund, die in der Castroper Altstadt einkaufen waren, erschraken auch nicht. „Hier in den Gassen hat man das eigentlich kaum gehört“, sagt Burow. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das mitbekommt, wenn man in seiner Wohnung sitzt.“

„Gar nichts mitbekommen“

Der 37-jährige Adalbert Banas saß gerade beim Friseur, als der Probealarm losging. „Wegen der Nebengeräusche habe ich eigentlich gar nichts mitbekommen. Das war ein schlechter Witz, würde ich sagen.“

Der Alarm sei zu leise und wenn es immer so sei, auch unnötig, findet er.

"Das war ein schlechter Witz, würde ich sagen", sagte Adalbert Banas, der gerade beim Frisör war, als die Sirenen heulten.

"Das war ein schlechter Witz, würde ich sagen", sagte Adalbert Banas, der gerade beim Frisör war, als die Sirenen heulten. © Lukas Wittland

Die Einschätzung teilt Dorothea Beck. Die 53-jährige Recklinghäuserin hatte sich vorab sogar ein bisschen Sorgen gemacht, obwohl es nur ein Test war. „Wenn es lauter gewesen wäre, hätte ich schon Angst gehabt“, sagt sie. „Man denkt dann sofort an Krieg.“ Aber so wie es dann gewesen wäre, sei alles in Ordnung gewesen. „Es war sehr, sehr leise. Das hätte ich mir lauter vorgestellt“, sagt Beck.

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Adalbert Banas über den Sirenen-Test in Castrop

Tierschützer hatten vor dem Test bedenken geäußert, dass Tiere durch die Sirenen verschreckt werden könnten. Zumindest im Fall von Dorothea Becks Hund scheint das nicht so gewesen zu sein. Der kleine weiße Fluffy lag seelenruhig neben seinem Frauchen auf der Bank, als die Sirenen heulten. „Der hat das gar nicht gemerkt“, sagt Beck.

Für die Warn-Infrastruktur hat das Land den Kommunen seit 2017 mehr als 4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Auch in Zukunft sollen hier 1,1 Millionen Euro jährlich investiert werden.

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