Kinder an die Macht

Altstadt am Wochenende proppevoll / Erste Pflanzenbörse vielversprechend

21.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Der Bezirksverband der Kleingärtner und der Stadtbetrieb EUV garnierten diese erste Börse an der Oberen Münsterstraße mit allerhand Tipps für den heimischen Garten, Kompost und Bioabfalleimern. «Für den Anfang war das ermutigend», zog OAGV-Chef Horst Sommerfeld eine erste Bilanz. Eine Neuauflage soll denn wohl auch angepackt werden. «Das Konzept ist aufgegangen», freuten sich auch die beiden Leiterinnen der Verbraucherzentrale, Susanne Voss und Angelika Weischer. Die meisten Besucher hatten ihre eigenen Pflanzen zum Tauschen im Gepäck, ein paar Bürger nutzten die Gelegenheit auch, gegen eine kleine Spende an Castrop-Rauxeler Erde gewöhnte Pflänzchen mit heim zu nehmen. Fachberater Stephan Bevc vom Bezirksverband der Kleingärtner und dessen Öffentlichkeitsmann Otfried Eggenhofer sparten nicht mit Fachwissen. «Was halten Sie von Rizinus-Pflanzen?», wird Eggenhofer gefragt. «Die sind tierisch giftig», warnt er. «Aber schön aussehen tun sie», sagt die Gartenfreundin. «Was ist mit Pepperoni?». Gehört zur Familie der Nachtschattengewäche, wie Tomaten und Paprika. «Vor eine helle Wand stellen, die das Sonnenlicht reflektiert», rät Eggenhofer. Für die Kleingärtner habe der Klimawandel längst stattgefunden, meint der Fachmann. «Gucken Sie in die Gärten, was da wächst, selbst Feigen gedeihen mittlerweile bei uns.» Misstrauisch beäugt eine Besucherin die vom EUV kostenlos angebotene Kompost-Erde. «Ist die so gut wie die aus meinem Garten?». «Aber ja», versichert EUV-Abfallexperte Jürgen Tide. Der Kompost stammt von der Bio-Anlage in Herten, vielleicht ist er ja mal in einer braunen Tonne in unserer Stadt vorproduziert worden. Wenige hundert Meter weiter strömen derweil die Besucher bei «Kinder & Garten» durch die Altstadt. Bei der Veranstaltung des Altstadtmarketings steht Familienfreundlichkeit obenan. Die große Sand-Landschaft am Reiterbrunnen ist fest in Kinderhand. Daneben regieren Kräuter, gibt es viel Deko für den Garten, beim Riesen-Stand der Kleingärtner erklären Gerhard Fonau und Manfred Meier die Welt der Schlupfwespen und Ohrenkneifer. Ein paar Meter weiter gibt's eine Phönixpalme für 590 Euro, aber auch Tagetes zum beruhigenden Preis von 49 Cent. Erdbeer-Nudeln? Die wurden auch offeriert. Und rosafarbener Grappa und viele andere angenehme Köstlichkeiten für den Magen und ein schönes Zuhause. Nach dem samstäglichen Finale von Kinder & Garten wird die Altstadt gerüstet für den Sonntag. Und eigentlich war's gestern wie immer an diesen verkaufsoffenen Sonntagen: Die City war schwarz vor Menschen, es gab keine freien Parkplätze mehr. abi

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