Auf dem Parkplatz „Holthauser Bruch“ ist im März 2019 offenbar ein 11-jähriges Kind missbraucht worden. © Ruhr Nachrichten (Archiv)
Landgericht Dortmund

Kindesmissbrauch auf A42-Parkplatz: Elfjähriges Opfer muss aussagen

Der Prozess gegen einen Mann aus Lünen, der auf einem Autobahnparkplatz in Castrop-Rauxel einen Jungen missbraucht haben soll, steuert auf sein Ende zu. Vorher steht noch ein wichtiger Gerichtstag an.

Die Tat soll sich im März 2019 auf dem Parkplatz „Holthauser Bruch“ an der A 42 ereignet haben: Der eigene Vater soll seinen damals elfjährigen Sohn gezielt anderen wartenden Männern angeboten haben. Der Parkplatz ist als Treffpunkt homosexueller Männer bekannt.

Während der Vater bereits in einem früheren Prozess verurteilt worden ist, wird nun seit Monaten gegen den Mann verhandelt, der auf das Angebot des Vaters eingegangen sein soll. Weil der jedoch behauptet, der Junge habe die sexuellen Handlungen in der Toilettenkabine des Parkplatzes freiwillig und vor allem ohne Zustimmung des Erwachsenen ausgeführt, kommen die Richter nun nicht daran vorbei, den Jungen vor dem Landgericht Dortmund als Zeugen zu hören.

„Ruhig und in sich gekehrt“

Die Befragung ist für den 13. April vorgesehen. Sehr wahrscheinlich wird der Anwalt des Kindes beantragen, dafür die Öffentlichkeit auszuschließen.

Wie sehr das Geschehen das Kind damals mitgenommen hat, wurde aber bereits am Montag deutlich, als die Richter zwei medizinische Gutachten verlasen.

Danach war der Elfjährige bei seiner Untersuchung im Krankenhaus „ruhig und in sich gekehrt“ und traute sich auch anfangs nicht, seine Unterhose auszuziehen.

Ein DNA-Gutachten ergab schließlich, dass am Körper des Angeklagten tatsächlich Genmaterial des Kindes gefunden wurde.

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