Schnelltests für Sars-CoV-2 sind noch nicht überall verbreitet. Herne hat sie jetzt für die Kitas. © dpa
Coronavirus

Kitas nach dem Lockdown: Herne hat Schnelltests, Castrop-Rauxel nicht

Warum kann Herne etwas anbieten, das in Castrop-Rauxel nicht läuft? Dort gibt es seit Montag Schnelltests für Erzieherinnen. Hier dagegen verweist man auf Testmöglichkeiten, die umständlicher sind.

Viele Virologen und Epidemiologen bezeichnen die Schnelltests neben den Impfungen als den zentralen Rettungsanker in der Coronavirus-Pandemie. Je schneller eine Infektion erkannt wird, gerne auch schon, bevor Krankheitssymptome auftreten, desto eher kann man sich isolieren und steckt weniger Menschen an.

In Herne gibt es seit Montag (22.2.), also seit dem Tag der Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs in den Kindertagesstätten, zehn Schnelltests in jeder Kita. Das verkündete die Stadtverwaltung am Freitag (19.2.) in einer Pressemitteilung und auf der städtischen Website. In Castrop-Rauxel gibt es für Erzieherinnen wie in ganz NRW auch die Möglichkeit, sich zweimal in der Woche testen zu lassen. Aber hier ist das Prozedere umständlicher.

„Bis das Land Selbsttests zur Verfügung stellt…“

„Auch die Castrop-Rauxeler Erzieherinnen und Erzieher haben die Möglichkeit, sich zweimal pro Woche testen zu lassen“, antwortet Sprecherin Maresa Hilleringmann auf eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion.

„Der Stadtverwaltung ist die Problematik bekannt und sie arbeitet an einer Lösung.“

Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann
Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann © Abi Schlehenkamp (A) © Abi Schlehenkamp (A)

„Diese Tests bezahlt das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW. Dies gilt solange, bis das Land zertifizierte Selbsttests in ausreichender Menge zur Verfügung stellt“, erklärt sie.

Sprich: In Castrop-Rauxel gibt es diese Schnelltest-Möglichkeit aus Herne (noch) nicht. Hier läuft es nach diesem Prinzip: Erzieherinnen können auf einer speziellen Liste nach Ärzten suchen, die Tests auch außerhalb ihrer Arbeitszeit anbieten. „Denn wenn sich alle Mitarbeitenden zweimal die Woche während der Arbeitszeit testen lassen, kann es durchaus passieren, dass es zu Personalproblemen in der Einrichtung kommt“, sagt Maresa Hilleringmann.

Freizeit opfern für zwei Tests pro Woche beim Arzt?

Für Erzieherinnen ist die Sache auch eine Aufwandsfrage: Zweimal in der Woche extra zu einem Arzt zu gehen, dabei geht viel Zeit verloren. Dafür Freizeit zu opfern, dazu ist bei weitem nicht jeder bereit. Auch die Terminvereinbarung und andere Dinge müssen hier noch mit einbezogen werden. Die Teststrategie geht aber nur dann richtig auf, wenn die Tests möglichst engmaschig vorgenommen werden.

Aber warum nicht hier wie in Herne? Ganz einfach: Die Stadt hat die Schnelltests nicht. „Der Stadtverwaltung ist die Problematik bekannt und sie arbeitet an einer Lösung“, verspricht Maresa Hilleringmann.

In Herne läuft das ganze auch nur auf kleiner Flamme: Der Fachbereich für Gesundheit hat die Tests selbst gekauft für Kitas, die daran Interesse bekundeten. Es handelt sich aber nur um zehn Schnelltests pro Kindergarten. „Wir wollen so Unsicherheiten in den Teams beseitigen“, sagte einer Sprecherin der Stadt Herne.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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