Kleingärtner wurde mit Holzlatte verprügelt, weil er sich beschwerte

hzGeruchsbelästigung

In einer Kleingartenanlage roch es - wieder einmal - nach verbranntem Gummi. Als sich ein 59-Jähriger darüber beschwerte, eskalierte die Situation. Er wurde mit einer Holzlatte verprügelt.

Castrop-Rauxel

, 29.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schrebergartenparzelle im Kleingartenverein Castrop-Rauxel Nord war ein beliebter Treffpunkt. Regelmäßig trafen sich hier etliche Personen, machten es sich gemütlich – stets brannte auch ein Feuer. Was benachbarten Parzellenpächtern wortwörtlich stank. „Es roch immer nach Plastik oder Gummi“, berichtet jetzt ein 59-jähriger Kleingärtner.

Auch an einem Nachmittag im August letzten Jahres zog wieder ein aufdringlicher Geruch durch die Anlage. Der Rentner wollte sich beschweren. Er machte sich auf zur Quelle des üblen Geruchs und traf dort auf einen 48-Jährigen.

„Macht das Feuer aus“, habe ich gefordert. „Wehe, du machst ein Foto von mir“, soll der andere geschimpft haben, als er das Handy in der Hand des 59-Jährigen sah.

Schläge auf den nackten Oberkörper

Mit den Worten „Dann rufe ich eben die Polizei“, will der Rentner schon wieder auf dem Weg vor der Parzelle gewesen sein, als der 48-Jährige mit einer Holzlatte auf ihn eindrosch. „Ich habe nur Abwehrgesten gemacht, doch er hat immer weiter auf mich eingeschlagen. Bestimmt sechs bis sieben Schläge“, so der Rentner.

Besonders schlimm sei das gewesen, weil er mit nacktem Oberkörper unterwegs war.

Jetzt lesen

Schürfwunden an Armen und am Körper, Ellenbogen und Kopf, dazu Verletzungen zwischen seinen Fingern, die später im Krankenhaus genäht werden mussten, trug der Mann davon. In Erinnerung blieb dem Geprügelten „der irre Blick“ des Angreifers. „Wie unter Drogen“, habe er gedacht.

Der 48-Jährige gab vor dem Strafrichter im Amtsgericht Castrop-Rauxel die Schläge jetzt unumwunden zu. „Die Latte hatte ich zufällig in der Hand, war beim Holzmachen fürs Lagerfeuer“, schilderte er. „Ich wusste gar nicht, was der von mir wollte.“

Weil er glaubte, dass ihn der Rentner mit der linken, erhobenen Hand angreifen wollte, habe er zugeschlagen. „So lange, bis er von der Parzelle wieder runter war“, schob der Angreifer hinterher, der erst vor einer Woche aus der JVA entlassen worden ist. Alkohol hätte er nicht getrunken, sei nüchtern gewesen.

Jetzt wird nach einem Zeugen gesucht

Ob sich der Vorfall nun vor oder auf der Parzelle ereignet hat: Das Gericht erhofft sich Aufklärung von einem 30-jährigen Mann. Von dem ist bislang nur der Spitzname bekannt sowie ein recht geläufiger Vorname und das Geburtsdatum. Diesen Kumpel hat der Angeklagte als weiteren Zeugen benannt, will ihn bis zur Fortsetzungsverhandlung ausfindig machen.

Im ehemaligen Treffpunkt, der Parzelle im Kleingartenverein, muss er nicht mehr suchen. Die wurde, so der 59-jährige Zeuge, wegen verschiedener Probleme gekündigt und hat nun neue Pächter.

Vom Ausgang des Verfahrens hängt viel ab, der Vorwurf der körperlichen Misshandlung mit einem gefährlichen Werkzeug könnte die nächste Haftstrafe bedeuten.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt