Klimabündnis protestierte gegen Inbetriebnahme von Datteln 4

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Mit einer Mahnwache auf dem Markt hat das Klimabündnis Castrop-Rauxel am Samstag gegen die Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 protestiert. Gut bewacht von Ordnungsamt und Polizei.

Castrop-Rauxel

, 16.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwoch (20. Mai) findet die Hauptversammlung des Energieunternehmens Uniper in Düsseldorf statt, in der es auch um die Zukunft des Kraftwerks Datteln 4 gehen wird. Im Vorfeld finden in der Region viele Protest-Aktionen von statt.

Am Freitag etwa hat am Kanalufer gegenüber vom Kraftwerk eine Kundgebung der Fridays for Future stattgefunden. Nach Polizeiangaben sei die friedlich und störungsfrei abgelaufen.

Für Samstagvormittag (16. Mai) hatte das Klimabündnis Castrop-Rauxel eine Mahnwache von 11 bis 12 Uhr auf dem Castroper Altstadtmarkt angemeldet. „Wir wollen mit unserer Mahnwache Druck ausüben, dass am Mittwoch in Düsseldorf beschlossen wird, dass Datteln 4 nichts ans Netz geht“, so Uli Werkle als Sprecher des Klimabündnisses am Samstag.

Aktivisten wollen weiter Druck ausüben

Uniper gehört inzwischen zum finnischen Staatskonzern Fortum. „In Finnland hat man beschlossen, aus der Kohle auszusteigen. Darum wollen wir Druck auch auf die finnische Regierung ausüben, die Linie auch in Deutschland zu verfolgen“, so Werkle.

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Datteln 4 ans Netz zu bringen, wäre ein Bruch des Kohlekompromisses, das wäre für den Klimaschutz in Deutschland ein verheerendes Zeichen, argumentieren die Kraftwerks-Gegner. Uli Werkle: „Vielleicht vermuten einige, dass man jetzt in Corona-Zeiten, wo man nicht mehr so richtig mit Massen demonstrieren kann, die Inbetriebnahme still und heimlich durchziehen kann. Um das zu verhindern, gehen wir jetzt och mal in die Öffentlichkeit.“

Die Mahnwache des Klimabündnisses wurde von Polizeibeamten und von Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus dem Hintergrund überwacht.

Die Mahnwache des Klimabündnisses wurde von Polizeibeamten und von Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus dem Hintergrund überwacht. © Thomas Schroeter

Der Staatsschutz fragte bei Uli Werkle an

Die Mahnwache auf dem Markt wurde von Ordnungsamt und Polizei überwacht. „Wir haben das überall angemeldet, stehen hier mit Absicht nur mit wenigen Leuten und viel Abstand. Die ersten, die sich dann bei uns gemeldet haben, waren Leute vom Staatsschutz, die uns gefragt haben, ob wir vor hätten, das Kraftwerk zu stürmen. Denen habe ich gesagt, dass wir so etwas am Samstag nie machen“, so Werkle mit einem hörbaren Lachen hinter der Mund-Nase-Maske.

Am Sonntag (17. Mai) geht es mit Protestaktionen gegen das Kraftwerk Datteln 4 weiter: Ein Netzwerk aus knapp 15 Organisationen sowie weiteren Einzelpersonen will dann an drei verschiedenen Stellen rund um das Kraftwerk demonstrieren. Das Netzwerk nennt sich „Datteln 4 stoppen wir“ und besteht aus den Aktivisten von „Ende Gelände“, dem BUND NRW, verschiedensten Ortsgruppen der Fridays-for- Future-Bewegung sowie Parteien.

Klimabündnis ist auch am Sonntag aktiv

Auch das Castrop-Rauxeler Klimabündnis will laut Werkle bei den Aktionen am Sonntag vertreten sein. An der Straße „Zur Seilscheibe“, gegenüber von Tor 1 und an der Zentraldeponie werden nach Informationen aus Datteln dann jeweils bis zu 50 Personen zum Protest erwartet.

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