Knepper-Sprengung: Pressefoto für Ausstellung im Landtag auserwählt

hzKraftwerk-Sprengung

Fotograf Marcel Kusch hat im Februar die Knepper-Sprengung fotografiert. Sein Foto ist jetzt Teil einer Ausstellung im Landtag, die die wichtigsten Ereignisse des Nachrichtenjahres abdeckt.

Castrop-Rauxel, Dortmund

, 21.12.2019, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gehört zu den größten Ereignissen des Jahres in Castrop-Rauxel und auch in NRW: Die Sprengung des Kraftwerks Knepper im Februar. Nach drei Sprenungen lag das Kraftwerk zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel in Schutt und Asche.

200 Anwohner mussten evakuiert werden. Tausende Schaulustige haben sich mit Kameras und Smartphones in der Umgebung des Kraftwerks versammelt, um den Einsturz fotografisch oder als Video festzuhalten.

So hat es auch Fotograf Marcel Kusch aus Recklinghausen getan. Eins seiner Fotos, welche er am Tag der Sprengung für die Deutsche Presseagentur gemacht hat, ist in der Ausstellung „NRW Pressefoto 2019“ im Düsseldorfer Landtag zu sehen.

Der Landtag NRW stellt bis zum 16. Januar 38 Pressefotos aus dem Jahr 2019 aus. Für die Ausstellung haben 62 Fotografen aus Nordrhein-Westfalen ihre Bilder eingereicht.

Ausstellung gibt Rückblick auf Nachrichtenjahr

Die Ausstellung und der Wettbewerb geben einen Rückblick auf das Nachrichtenjahr in Nordrhein-Westfalen und würdigen die Arbeit von Fotojournalisten. Mit dabei ist neben der Knepper-Sprengung auch das Thema Fridays for Future und der Tagebau Garzweiler.

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Zusätzlich zur Ausstellung verlieh das Land NRW den Nachwuchspreis an Fotografen bis 30 Jahren. Dieser ging ebenfalls an Marcel Kusch für ein Foto aus Dortmund. Er hatte die Dortmunder Feuerwehr bei der Rettung eines Schafes fotografiert, welches auf einer durch Starkregen überfluteten Wiese zu ertrinken drohte.

„Schafe werden in Dortmund gerettet“ bekommt Nachwuchspreis

Eine vom Landtag benannte Jury kürte das Foto mit dem Nachwuchspreis, da es zeitgleich für mehrere aktuelle Themen steht. „Es zeigt den oft kräftezehrenden Einsatz von Rettungskräften in Notfällen. Man sieht hier förmlich, wie die Feuerwehr ‚anpackt‘. Und das in einer Zeit, in der der manchmal respektlose Umgang mit Rettungskräften in der Öffentlichkeit oft Thema in der Berichterstattung in Nordrhein-Westfalen war“, lautet die Stellungnahme der fünfköpfigen Jury.

Knepper-Sprengung: Pressefoto für Ausstellung im Landtag auserwählt

Mit diesem Foto aus Dortmund hat Marcel Kusch den Nachwuchspreis 2019 gewonnen. © Marcel Kusch

Den Wettbewerb hatte der Landtag Nordrhein-Westfalen auf Initiative von Parlamentspräsident André Kuper im vergangenen Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben. Mit Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West wurden in diesem Jahr insgesamt Preisgelder in Höhe von 22.000 Euro vergeben.

Pressefotos zeigen bewegende Momente

„Beim Betrachten der Fotos erinnern wir uns an viele Ereignisse, die unser Bundesland im Jahr 2019 prägten und die Menschen bewegten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, sagt der Präsident des Landtags, André Kuper. Und genau das schafft Marcel Kusch mit seinem Foto von der Sprengung. Er hat einen Moment abgelichtet, der vielen Castrop-Rauxelern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

NRW-Pressefotos 2019 - Die Gewinner

Der Landtag Nordrhein-Westfalen zeigt bis 16. Januar 2020 eine Ausstellung „NRW-Pressefoto 2019“. Unter den 38 ausgestellten Bildern ist auch ein Foto aus Castrop-Rauxel dabei. Marcel Kusch fotografierte die „Sprengung Kraftwerk Knepper“.
20.12.2019
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Nachwuchspreis: Marcel Kusch – „Schafe werden in Dortmund gerettet“
30. September 2019, Deutsche Presseagentur
Stellungnahme der Jury:
Die Jury würdigt, dass das Foto für gleich mehrere aktuelle Themen steht: Es zeigt den oft kräftezehrenden Einsatz von Rettungskräften in Notfällen. Man sieht hier förmlich, wie die Feuerwehr „anpackt“. Und das in einer Zeit, in der der manchmal respektlose Umgang mit Rettungskräften in der Öffentlichkeit oft Thema der Berichterstattung in Nordrhein-Westfalen war. Das gilt genauso für den Klimawandel, dessen Folgen hier bei der Überflutung der Wiese sichtbar werden. © dpa
Platz 1: Thilo Schmülgen – „Feier der ‚Kölschen Kippa Köpp' in der Synagoge Köln“
Die Jury überzeugte, wie ein deutschlandweit relevantes Thema mit lokalem Bezug umgesetzt wurde. Kippas und Karnevalskappen auf einem Bild – das wirkt zunächst wie ein Gegensatz. Es sind aber nicht nur Kopfbedeckungen, sondern Symbole, die wie nebeneinandergestellt wirken. Dieser Gegensatz fesselt den Betrachter. Das Bild beeindruckt, weil es die Normalität im Umgang miteinander zeigt. Es ist ein ungewöhnliches Bild. © REUTERS
Platz 2: David Klammer –„Aktivisten stürmen in den Tagebau Garzweiler“
22. Juni 2019, Laif – Agentur für Photos und Reportagen
Stellungnahme der Jury:
Es war nicht alleine die Aufnahme dieses gesichtslosen Ansturms und seiner Dynamik, die die Jury überzeugte. Das Foto stellt zudem eine wichtige Frage: Denn wenn auch die meisten Aktivisten friedlich und viele ihrer Demonstrationen wie bunte Happenings sind, steht vor dem Hintergrund so mancher Eskalation immer die Sorge im Raum: Wie gewaltbereit ist der Kima-Protest eigentlich? Uniforme Optik und Vermummung der Aktivisten, der sandige Boden, viel Staub in der Luft, geben dieser Szene also nicht nur eine surreale Wirkung, sondern lassen die Möglichkeit erahnen, dass die Situation durchaus auch eskalieren kann. © David Klammer
Platz 3: Christoph Reichwein – „Skeptischer Blick hinter der Eistheke“
5. Dezember 2018, Rheinische Post
Stellungnahme der Jury:
Christoph Reichwein setzt mit seiner Fotografie nicht nur ein landespolitisches Thema bildstark um, sondern lässt eine Komposition entstehen, die neben der Darstellung eines bestimmten Augenblicks eine übergeordnete Bildkomposition erschafft. Die Jury bewertete unter anderem das perfekte Zusammenspiel von Licht, Farbe und perspektivischem Raum als besonders positiv. Das Bild selbst wirkt aufgrund seiner visuellen Gegensätze. Die eigentliche Handlung bleibt dem Betrachter verborgen, so dass die Fotografie auf diese Weise eine großartige Spannung erzeugen kann. © Ja
Sonderpreis: Kerstin Kokoska – „Fridays for Future in Essen“
30. August 2019, Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Stellungnahme der Jury:
Beim Rückblick auf die politischen Entwicklungen in diesem Jahr ist die Diskussion über die Klimapolitik ein Thema, das stark nachhallt. Symbol der gesellschaftlichen Auseinandersetzung waren die Demonstrationen „Fridays for Future“. Zehntausende junge Menschen schwänzten auch in Nordrhein-Westfalen die Schule und forderten von der Politik einen stärkeren Klimaschutz.© FUNKE Foto Services
Undotiert, aber Teil der Ausstellung ist dieses Foto von Michael Gottschalk, der das in Dorsten entstandene Foto „Missbildungen bei Neugeborenen – Baby Leon mit seiner Mutter Laura“ einreichte. © Michael Gottschalk
Der Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks Knepper in Castrop-Rauxel wird gesprengt. Die Abbruchfirma Hagedorn hat das 2014 stillgelegte Kraftwerk 2017 von Uniper und Eon gekauft und will die Fläche für eine neue Nutzung erschließen. Dieses Foto ist ebenfalls Teil der Ausstellung.© dpa

Die Ausstellung im Düsseldorfer Landtag kann an den offenen Besucherwochenenden (21./22. Dezember 2019 und 11./12. Januar 2020) jeweils von 11 bis 17 Uhr ohne Anmeldung besucht werden.

Fotowettbewerb

Die Jurymitglieder

Der vom Landtag benannten Jury gehörten folgende Mitglieder an:
  • Peter Poensgen, BILD Düsseldorf und Mitglied im Vorstand der Landespresskonferenz
  • Andreas Müller, Geschäftsführer des Zeitungsverlags Aachen und Mitglied des Vorstands des Zeitungsverlegerverbands NRW
  • Barbara Löcherbach, Schriftführerin beim Deutschen Journalistenverband NRW
  • Kay Michalak, FREELENS e.V. Verband der Fotografinnen und Fotografen
  • Dr. Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts (vertreten in der Jurysitzung durch Georg Jorczyk, Grimme-Institut)
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