Petra Voßebürger (l.) moderierte den digitalen Knepper-Dialog. Raumplaner Martin Bauer erklärte den Planungsstand. Zuschauer nutzten die Kommentarfunktion für Fragen – und bekamen keine Antwort. © Uwe von Schirp
Kraftwerks-Brache

Kommunikationsproblem im Knepper-Dialog: Bürgerfragen blieben ungelesen

120 Zuschauer klickten sich in den Digital-Dialog zur Zukunft des Knepper-Geländes. Auf den ersten Blick war es ein technisch ausgereiftes Format. Aber: Bürgerfragen blieben unbeantwortet.

Bürgerbeteiligung ist in Bebauungsplanverfahren ein fester Bestandteil. Und wenn die Corona-Pandemie eine Präsenz-Veranstaltung nicht zulässt, hat sich der digitale Dialog in Zeiten physischer Distanz etabliert. So auch bei der frühzeitigen Bürgeranhörung zum Knepper-Areal am Mittwochabend (24.2.).

Die Planungsämter von Castrop-Rauxel und Dortmund hatten sich für einen Livestream auf YouTube entschieden. 120 Zuschauer klickten sich in den gut zwei Stunden in die Veranstaltung. Sie erlebten ein auf den ersten Blick technisch ausgereiftes Format.

Für den Stream zeichnete die Agentur Rampensau verantwortlich. Eine professionelle Übertragung mit einer guten Bildregie und nur ganz wenigen Ton-Problemen. Hinter den Kulissen sammelte und sortierte eine Redaktion die Fragen der Bürgerinnen und Bürger beider Städte.

Bürger stellten schon im Vorfeld viele Fragen

Schon im Vorfeld konnten sie per E-Mail ihre Fragen an die Stadtplaner schicken. Neun Seiten waren allein schon da zusammengekommen, erklärte Moderatorin Petra Voßebürger. Auch während des Streams sollten sich die Zuschauer unter den seit Tagen verbreiteten E-Mail-Adressen melden.

Allerdings: „Für Castrop-Rauxel gibt es eine Besonderheit“, räumte die Moderatorin ein. Manche Dinge könne man nicht planen. „Der IT-Dienstleister der Stadt musste den Datenverkehr heute abschalten“, erklärte Petra Voßebürger.

Auf ihrer Internetseite hatte die Stadt Castrop-Rauxel ersatzweise kurzfristig ein Formular für Fragen der Zuschauer eingerichtet.

Auch unter der Dortmunder E-Mail-Adresse lief offenbar nicht alles reibungslos. Wie diese Redaktion erfuhr, erhielt ein Zuschauer aus dem Stadtbezirk Mengede am Donnerstagmorgen (25.2.) eine E-Mail des Dortmunder Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes.

„Leider hat uns Ihre Email aus technischen Gründen erst heute morgen erreicht“, heißt es da. „Die technischen Hindernisse waren gestern während der Veranstaltung leider nicht erkennbar. Hierfür bitten wir vielmals um Entschuldigung.“ Und weiter: „Ihr Anliegen werden wir prüfen.“

Keine Antwort auf Fragen via YouTube

Damit nicht genug. Einige Zuschauer nutzten auch die Kommentarfunktion bei Youtube. Das ist bei Livestreams mit Zuschauerbeteiligung durchaus üblich. Aber auch hier blieben Fragen unbeantwortet – etwa die von Gudrun Feldmann.

Die ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Mengede etwa wollte wissen, ob in die Verkehrsplanung die Verkehre zum neuen Logistik-Park am Deininghauser Weg eingeflossen sind. Antwort: Fehlanzeige.

Die gute Nachricht: Bis zum 22. März können Bürger noch ihre Eingaben und Fragen zur Bauleitplanung per E-Mail an knepper@castrop-rauxel.de und dialog-knepper@dortmund.de loswerden.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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