Kontrollen zum Schulstart: Situation vor den Schulen ist oft brisant

hzPolizei an Schulen

Eltern, die ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren wollen, sind ein bekanntes Phänomen. Zum Schulstart kontrollieren Polizei und Ordnungsamt. Sie haben weitere Probleme im Blick.

Castrop-Rauxel

, 21.08.2020, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den ersten Schultagen nach den Sommerferien wird es voll vor den Schulen in Castrop-Rauxel. An den Grundschulen begleiten viele Eltern ihre i-Dötze und auch an den weiterführenden Schulen müssen sich die neuen Schüler zurechtfinden. Für Polizei und Ordnungsamt ist das Anlass, vor Ort präsent zu sein. Mehrere Dinge haben sie im Blick. Auch Corona spielt eine Rolle.

Eine gute Nachricht hat Björn Korte, Sprecher der Kreispolizei. „Die Tempokontrollen haben erfreuliche Ergebnisse geliefert. Es gab keine Überschreitungen vor den Schulen. Hoffen wir, dass es so bleibt.“

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Die Polizeibeamten hatten deshalb vor allem das Parkverhalten im Blick. „Die Eltern der Schulanfänger brauchen Zeit, um sich mit der neuen Situation zurechtzufinden“, so Korte. Deshalb wurde vor allem aufgeklärt und informiert. Das gilt zum Beispiel für Eltern, die in der zweiten Reihe parken würden. „Wenn Kinder dann zwischen parkenden Autos hindurch laufen müssen, ist das gefährlich.“

Schulleiter weisen in Briefen auf Elternhaltestellen hin

Auch die Schulen selbst informieren. So hat Patricia Anders, Schulleiterin der Grundschule Am Hügel, die Eltern in einem Brief auf die „brisante“ Parksituation aufmerksam gemacht. Schul- und Anwohnereinfahrten würden oft zugeparkt. „Für die Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, entsteht hier täglich eine unhaltbare Situation“, schreibt sie. Sie weist auf die Elternhaltestellen hin.

„Die Elternhaltestellen haben sich bewährt“, sagt Björn Korte. Dass Eltern ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren würden, sei ein uraltes Problem. „Man muss seinen Kindern auch etwas zutrauen“, so der Pressesprecher. Vor allem bei Schulanfängern sei die Vorsorge natürlich sehr groß.

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Wenn die Eltern angesprochen wurden, sei die Einsicht groß gewesen, so der Polizeisprecher. Notfalls würden Verstöße geahndet. Als Beispiel nennt er einen Autofahrer, der sein Auto am Mittwoch um 7.40 Uhr morgens auf einem Fahrradweg auf der B235 in Nähe einer Schule parkte. Sein Einwand sei gewesen, er habe nur kurz etwas erledigen müssen, so Björn Korte. Am Ende musste er 30 Euro bezahlen.

Eltern, die zusammen auf ihre Kinder warten, müssen Abstand halten

Neben den Bezirksbeamten der Polizei ist das Ordnungsamt vor Ort. Die Beamten haben nicht nur das Parkverhalten im Blick. Sie achten darauf, dass die Corona-Regeln eingehalten werden. „Wenn mehrere Eltern zusammenstehen, werden sie darauf angesprochen, Abstand zu halten“, informiert Uta Stevens aus der Pressestelle der Stadt Castrop-Rauxel. Diese Aktion sei am Donnerstag angelaufen und werde fortgesetzt. Meistens klappe es gut. „Wenn sich aber jemand weigert, werden die Personalien aufgenommen und es gibt ein Bußgeldschreiben.“

  • Im Kreis Recklinghausen und Bottrop gehen rund 73.500 Kinder und Jugendliche zur Schule, darunter rund 6500 i-Dötze. Etwa ebenso viele Kinder haben von der Grund- auf eine weiterführende Schule gewechselt.
  • 2019 wurden im Bereich der Kreispolizei Recklinghausen 59 Kinder bei Unfällen auf dem Schulweg verletzt, sechs mehr als 2018. Bei der Mehrzahl der Schulwegunfälle im zurückliegenden Schuljahr waren Kinder nicht Verursacher des Unfalls.
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