Kravanja zu Corona: „Wir haben in diesen sechs Wochen alle dazu gelernt“

Rede des Bürgermeisters

Sechs Wochen sind nun vergangen, seit das Coronavirus direkte Auswirkungen auf unser Zusammenleben in Castrop-Rauxel hat. Bürgermeister Kravanja schaute jetzt in einer Rede auf diese Zeit zurück.

Castrop-Rauxel

, 01.05.2020, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister Rajko Kravanja hielt in der Ratssitzung eine kurze Rede zu sechs Wochen Corona-Krise in Castrop-Rauxel.

Bürgermeister Rajko Kravanja hielt in der Ratssitzung eine kurze Rede zu sechs Wochen Corona-Krise in Castrop-Rauxel. © CAS-TV

Die Ratssitzung online: Das war eine Premiere. So verfolgten mehr Menschen denn je eine Ansprache von Bürgermeister Rajko Kravanja zum Thema Coronavirus, mit der er die Ratssitzung am 30.4. in der Stadthalle einleitete. Rund 250 Menschen waren zu dem Zeitpunkt online live dabei.

Seit sechs Wochen beschäftige Corona die Stadtverwaltung fast ausschließlich. „Für uns sehr arbeitsintensiv, zumal Entscheidungen kurzfristig getroffen werden müssen“, so der Bürgermeister mit dem SPD-Parteibuch. „Wir wissen oft morgens nicht, was an einem Tag auf uns zukommt.“ Die Stadtspitze bekomme 150 Mails am Tag, „die wir alle lesen und deren Inhalte wir aufbereiten müssen.“

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Kravanja weiter: „Wir haben in den sechs Wochen dazu gelernt. Selbst unsere bestehenden Pandemiepläne waren für ganz andere Situationen verfasst. Wir haben uns damit zurecht gefunden.“ Erst gab es zwei Wochen Notbetrieb im Rathaus, dann habe man das Rathaus ganz geschlossen. „Wir sind uns der wahren Problematik dann erst nach und nach bewusst geworden.“

Man habe auf einmal Homeoffice einrichten müssen – und das sei eines der Dinge, die bleiben werden, das bisschen Licht bei sonst viel Schatten.

Verordnungs-Lage ist schnelllebig

Die Infolage sei manchmal sehr indifferent, die neuen Auflagen erreichten die Verwaltung zu verschiedenen Zeiten. „Manchmal erreichen uns Verordnungen erst abends zu Themen, zu denen am Mittag schon Pressemitteilungen herausgegeben wurden. So bekommen wir oft schon Fragen, bevor wir überhaupt erst Antworten geben können.“

Man habe innerhalb eines Tages ein Callcenter für Corona-Fragen aufgebaut mit bis zu 50, 60 Anfragen an den anstregendsten Tagen. „Das ist jetzt etwas ruhiger geworden, aber das wird sicher nach den Entscheidungen zu Lockerungen heute wieder stärker nachgefragt sein“, so Kravanja.

Man habe mit der Politik in einer Schnellentscheidung Kita- und Essensgebühren erlassen, noch bevor die Landesregierung die Hälfte der Kosten übernommen hat. Sportgebühren, VHS-Gebühren, Kita- und Essensgebühren fallen auch für den Mai weiter aus.

Montag: Schulkonferenz und Angebote an Gastronomen

Ab Montag wolle man versuchen, den Gastronomen ein Angebot machen, wie sie demnächst unter Lockerungsbedingungen mit Außenbestuhlung oder anderen Dingen langsam wieder ihren Betrieb aufnehmen könnten. Und am Montag sei die nächste Videoschalte mit den Schulleiterinnen der Grundschulen geplant, um die Wiederaufnahme des Unterrichts zu planen.

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